Sonntag, 1. Mai 2016

Interview: Jason Stubbs, Barr an Uisce Irish Whiskey

Irischer Whiskey erlebt derzeit eine fantastische Renaissance. Der jüngste Neuzugang in diesem Segment heißt Barr an Uisce und wurde in Limburg erstmals einem internationalen Publikum vorgestellt. Jason Stubbs, Mit-Eigentürmer der Marke, war dazu eigens von der grünen Insel angereist und hatte die Sharing Angels zu einem kleinen, privaten Tasting am Stand von Irish-Whiskey geladen. In einem Gespräch hat er mir mehr über die Hintergründe seiner Marke verraten - und am Ende für eine wunderbare Überraschung gesorgt.

Jason Stubbs (links), Barr an Uisce. foto: margaretemarie

MM: Jason,  eure Firma besitzt einen Whiskey, aber keine eigene Brennerei. Habt ihr vor, eine zu bauen?

JS: Das ist eine gute Frage. Wir haben vor, ein Fasslager aufzubauen. Für eine Brennerei braucht man eine beachtliche Kapitalmenge. Wir wollen das nicht ausschließen, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht unsere oberste Priorität.

MM: Dann lass uns über den Whiskey reden, den du neu auf den Markt gebracht hast.

TS: Wir haben zwei Abfüllungen. Das erste ist ein 10 Jahre alter Single Malt, der in ehemaligen Bourbon-Barrels gelagert wurde. Er stammt ursprünglich aus der Cooley Brennerei, aber wir verwenden beim Abfüllen Wasser aus unserer eigenen Quelle in Redcross, County Wicklow. Dadurch unterscheidet er sich von anderen Whiskeys, und das gibt ihm auch einen einmaligen Geschmack.

Die zweite Abfüllung ist ein Blended Whiskey mit einem Mischungsverhältnis von 80/20. Er besteht zu 80% aus einem vier Jahre alten Grain-Whiskey, der zunächst sechs Monate lang ein Finish in Oloroso Sherry-Fässern erhält. Dann wird er mit unserem 10 Jahre alten Single Malt geblended. Dadurch unterscheidet er sich deutlich von anderen Blended Whiskeys, die auf dem Markt sind und die meist nur aus vierjährigem Grain und Malt Whiskey bestehen.

Wir haben sehr viel Zeit in der Brennerei mit dem Verkosten von Whiskey verbracht, und wir haben viel probiert, um unseren eigenen Blend zu entwickeln, und wir denken, dass wir einen ganz besonderen Blend erschaffen haben.

Unser Blend enthält auch Wasser aus unserer eigenen Quelle in Wicklow. Neulich hat mich jemand gefragt, was denn das Besondere an unserem Wasser sei, und da habe ich ihm geantwortet: 'Ich trinke das Wasser schon mein ganzes Leben lang, und ich bin 103 Jahre alt, es muss also etwas besonderes sein! ;-)

Jason Stubbs (links), Barr an Uisce. foto: margaretemarien

MM: Ja, du hast dich sehr gut gehalten;-) Was ist denn außer dem Wasser das Besondere an eurem Whiskey?

TS: Wir wollten einen Whiskey mit einer regionalen Identität haben. Für uns ist sehr wichtig, wo wir herkommen. Wir stammen aus der Region Wicklow, die auch "der Garten Irlands" genannt wird. Die Landschaft in Wicklow ist geprägt von seinen sanften Hügelketten und wunderschönen Bäumen und Bächen. Wir haben all das, was andere Regionen in Irland auch haben, aber bei uns findet man all das zusammen in einer Region. Wir sind von der Natur begünstigt.

Mein Partner Ian stammt aus dem Ort Redcross in Wicklow. Seine Familie kommt von dort, er ist dort zur Schule gegangen und er betreibt dort auch seit 10 Jahren eine Kneipe. Whiskey und Kneipe gehört in Irland zusammen. Schon sein Großvater hat eine Kneipe gehabt und Whiskey verkauft. Wir sind die erste Land-Kneipe in Irland, die ihren eigenen Whiskey herausbringt.

Redcross hat auch eine interessante Geschichte: es war ein beliebter Zwischenstopp für die Pferdefuhrwerke aus dem Süden auf ihrem Weg nach Dublin, und die Fuhrleute kamen in der Kneipe von Redcross zusammen, tauschten den neuesten Klatsch aus, sangen Lieder, hatten Spaß und haben den ein oder anderen Dram getrunken, und manchmal auch den ein oder anderen Dram zuviel. Das wollen wir erhalten. Wir wollen mit unserem Whiskey diese alte Tradition der irischen Dorf- und Land-Kneipen feiern.

Jason Stubbs: Barr an Uisce Tasting mit den Sharing Angels

MM: Habt ihr deshalb euren Whiskey Barr an Uisce genannt?

TS: Ja, der Name hat einen engen Bezug zu unserer Heimat. Während der irischen Rebellion gegen die Engländer wurde die Kirche von Redcross zerstört. 1803 wurde ein paar hundert Meter weiter eine neue Kirche gebaut, und man nannte die Kirche und den dazugehörigen Ort Barraniskey, oder auf gälisch Barr an Uisce, was so viel wie "über dem Wasser" bedeutet und das ist auch der Name unserer Whiskey-Marke. Unser Single Malt heißt "1803", um an das Jahr des Wiederaufbaus zu erinnern, und unser Blend heißt "Wicklow Rare", nach der Region, wo er herkommt. Unser 10 Jahre alter Malt stammt zwar von Cooley, aber wir mischen ihn mit unserem eigenen regionalen Quellwasser.  Mit unserem Whiskey wollen wir unsere Geschichte, unsere Nationalität, und unser Leben in einer ländlichen Gemeinschaft feiern. Darum geht es.

MM: Wer steht hinter eurer Firma?

Nur Ian (Jones) und ich. Ian hat viel Erfahrung im Pub-Business. Und wir haben eine Partnerschaft mit einer anderen Brennerei. Seit ich 12 Jahre alt bin, mache ich Musik, und seit meinem 18. Lebensjahr trete ich auch auf Musikbühnen auf. Mein beruflicher Hintergrund liegt in der IT-Branche, aber ich habe schon immer Musik gemacht, alleine oder in einer Band, und seit über 10 Jahren trete ich auch in Ians Bar auf. So entstand eines Tages der Wunsch nach einem eigenen Whisky. Denn Whiskey, ein traditioneller Pub, und Live-Musik gehören einfach zusammen. Und wenn ich das nächste Mal ein Tasting mache, will ich auch meine Gitarre mitbringen und meine Lieder dazu singen.

MM: Du singst irische Lieder und machst Musik? Jason, ich muss dich nachher unbedingt Paddy Schmidt vorstellen. Er ist der Lead-Sänger einer sehr bekannten Musikband für irischen Folk-Rock. Paddy hat heute auf der Whisky-Fair zwei Auftritte und wir erwarten ihn nachher am Stand von Irish-Whiskey. 

JS: Ja, gerne. Vielleicht können wir zusammen musizieren.

MM: Das wäre toll! Aber erzähle mir zunächst noch etwas von euren Zukunftsplänen. 

JS: Am Jahresende, wenn die Regensaison beginnt, werden wir unser eigenes Fasslager anlegen. Wir planen small-batch Abfüllungen, wir wollen nicht mit unserem Whiskey die Welt erobern, wir wollen kein Massenprodukt herstellen. Wir wollen besondere Whiskeys in kleiner Auflage anbieten.

MM: Euer Nachschub ist gesichert?

JS: Ja, auf jeden Fall. Unser Whiskey stammt ursprünglich von Cooley, aber unser Geschäftspartner ist nicht Cooley, sondern West Cork Distilleries. Sie besitzen große Mengen an Cooley-Whiskey und sind unsere langfristigen Partner.

MM: Wird es auch ältere Abfüllungen geben, 12- oder 15jährige Single Malts?

JS: Ja. Wir werden auch abwarten müssen, wie sich der Markt entwickelt. Wir interessieren uns vor allem für die Entwicklung schöner Blended Whiskeys. Uns gefällt die Idee, unseren eigenen Whiskey hervorzubringen. Wir werden in Zukunft sicherlich noch einige Blends erschaffen. Einige "Sharing Angels" waren vorhin beim Tasting ganz begeistert von unserem Blend, vielleicht werden wir eines Tages mal einen Blend zu Ehren von "Whiskey Women" herausbringen.

MM: Jason, die Idee gefällt mir, aber mach bloß keinen Mädchen-Whiskey! Ich danke dir für dieses Gespräch.

Nachtrag: 

Tja, und als wir dann nach diesem Interview an den Stand von Irish-Whiskey zurückkehrten, stand tatsächlich Paddy Schmidt dort. Paddy und Jason haben sich auf Anhieb gut verstanden, und was dann folgte, war einer dieser wunderbaren Momente, wie man sie nur auf einer Whisky-Messe wie in Limburg erleben kann. Jason hat verdammt recht - Irische Musik und irischer Whiskey gehören einfach zusammen. Überzeugt euch selbst und genießt diesen gemeinsamen Auftritt von Jason Stubbs und Paddy Schmidt auf der Whisky-Fair Limburg. Hier das Video:



Viel Spaß beim zuhören - am besten mit einem Barr an Uisce im Glas;-)





Freitag, 22. April 2016

Unabhängige Abfüller: Whisky Warehouse No 8

Die Ursprünge von Whisky Warehouse No 8 reichen weit zurück, denn Firmenchef Thomas Klink ist ein Urgestein der deutschen Whisky-Szene. Seit 2007 bringt er unter dem Begriff der Warehouse Collection erstklassige Einzelfassabfüllungen aus den verschiedensten schottischen Regionen auf den Markt. Vor einiger Zeit hatte ich Gelegenheit, mit dem sympathischen Hanseaten ein längeres  Interview zu führen. Und trotz der Vorurteile, dass Norddeutsche wortkarg seien, erwies sich Thomas als durchaus gesprächig.




Mittwoch, 20. April 2016

Vorschau Whisky-Fair Limburg: Neuheiten und Highlights

Am kommenden Wochenende findet in Limburg zum 15. Mal die Whisky-Fair statt. Neben den Großen der Branche geben sich hier vor allem viele kleine, unabhängige Abfüller ein Stelldichein. Wer den besonderen Tropfen sucht, wird in Limburg fündig werden. Das Angebot ist riesig, und wie immer warten auch viele Highlights und Neu-Erscheinungen auf den Besucher. An welchem Stand sollte man unbedingt gewesen sein? Hier meine 10 Top Tips für dieses Jahr:



1. Sansibar

Obwohl Sansibar-Whisky bereits seit einigen Jahren am Markt ist, gilt die Firma noch immer als Geheimtipp für die Fans von altem Whisky, der zum Trinken gedacht ist. Dieser unabhängige Abfüller beliefert nicht nur das gleichnamige Restaurant auf der Insel Sylt, sondern auch den asiatischen Markt. In Zusammenarbeit mit seinem taiwanesischen Importeur hat Sansibar-Whisky die Reihe „Samurai Label“ ins Leben gerufen. Diese Serien-Abfüllungen werden in Hongkong und Taiwan verkauft, sind aber auch in Deutschland erhältlich. Leider sind sie in der Regel immer schnell vergriffen. In Limburg werden das neue Batch 4 der Samurai-Serie sowie die neuen Abfüllungen der Sansibar-Range erstmals in Deutschland präsentiert:

Dienstag, 19. April 2016

Single Cask Seasons 2016 Spring, Bunnahabhain, April 2004 - März 2016, 49.7%, Signatory Vintage, selected by Kirsch Whisky Import

Single Cask Seasons ist eine Reihe des unabhängigen Abfüllers Signatory Vintage, die er viermal jährlich zusammen mit dem deutschen Whisky-Importeur Kirsch aus Bremen herausbringt.  Ziel der Serie ist es, einen Whisky zu finden, der die Jahreszeit widerspiegelt. Für den Frühling 2016 wurde ein fast zwölf Jahre alter Bunnahabhain aus einem First Fill Sherry Fass gewählt. Ende nächster Woche wird die neue Abfüllung erscheinen. Ob der wirklich zur Jahreszeit passt?





Single Cask Seasons 2016 Spring, Bunnahabhain, April 2004/März 2016, Fass Nr. 800195, First Fill Sherry Butt, 49.7%, Signatory Vintage, selected by Kirsch Whisky Import


Aroma:

Der erste Eindruck gefällt direkt. Karamell. Süßer Traubenzucker. Cranberries, Feigen,

Sonntag, 17. April 2016

Tasting Notes Blair Athol, 2006-2016, Gordon & MacPhail, Connoisseurs Choice, 46%

Blair Athol gehört zu den schönsten Brennereien in Schottland und zieht jährlich über 35.000 Besucher an. Der Whisky von Blair Athol findet vor allem im Blended Whisky von "Bell's" Verwendung. Offizielle Abfüllungen von Blair Athol gibt es nicht, als Originalabfüllung gilt der 12 Jahre alte Whisky der Fauna und Flora Serie. Der vorliegende Blair Athol von Gordon & MacPhail reifte in einem refill Sherry Cask.


Tasting Notes:

Blair Athol, 2006-2015,  Gordon & MacPhail, Connoisseurs Choice, (refill) Sherry Cask

Aroma:

Malzig und sehr sherry-betont, mit einer ganz leichten Schwefel-Note, die jedoch nicht unangenehm hervorsticht, sondern eher für eine kräftige Würzigkeit sorgt. Darunter verbergen sich dezente Fruchtaromen wie Mandarinen, aber auch saurer Apfel und Zitronen, gepaart mit eher grasigen Noten und etwas Honig.

Geschmack:

Sehr ölig, würzig, und weinig. Sehr harmonisch. Auch hier dominiert der Sherry-Eindruck, ergänzt von Zündholz, Milchschokolade, und Rumrosinen. Trocken.

Nachklang: 

mittellang

MargareteMarie meint:

Dieser Blair Athol hat eine wunderbare Struktur, und fließt schwer und ölig ins Glas. Die Sherry-Note steht eindeutig im Vordergrund, ein Früchtebouquet sollte man nicht erwarten. Vielmehr ergänzen sich die öligen, weinigen und würzigen Noten zu einem sehr ausgewogenen Ganzen.


In einem Satz: für Freunde des gepflegten Sherry-Genuss


Samstag, 16. April 2016

Tasting Notes: Teerenpeli Kaski, Single Malt Whisky, Sherry Cask, Finland, 43%

Die Teerenpeli Distillery im finnischen Lahti wurde 2002 gegründet. Die erste Abfüllung kam bereits 2005 auf den Markt und wurde vor allem im Restaurant der Besitzer verkauft, wo sich die Brennerei befindet. Inzwischen gibt es auch eine 10jährige Abfüllung. 2012 kam unter dem Namen "Kaski" eine Sherryfass-gereifte Abfüllung auf den Markt, gefolgt von "Hosa" (gereift in Islay-Fässern), und  "Rasi", einer Variante mit Moskatel-Finish. Neu in diesem Jahr sind "Karhi" (Madeira-Finish) und "Aura" (Porter Bierfass).




Tasting Notes: 

Teerenpeli Kaski, Distiller's Choice, Single Malt Whisky, 100 % Sherry Cask matured, NAS, Finland, 43%


Aroma:


Der eher zarte und florale Grundcharakter ist stark Sherry-dominiert. Ganz dunkel sind die Früchte

Freitag, 15. April 2016

Tasting Notes: Balblair 1996-2016, 19 Jahre, G&M

Balblair Distillery in den nördlichen Highlands ist eine der ältesten Brennereien in Schottland und war früher als sogenannter "Category A" Malt bei den Whisky-Blendern sehr beliebt. Balblair wurde größtenteils als Bulk Whisky verkauft, Rücklagen wurden nur sporadisch gebildet. Doch in jüngerer Vergangenheit hat man begonnen, den Verkauf an Fremdanbieter zu reduzieren, um systematisch seine Bestände in den Lagerhäusern aufzubauen. Seither ist Balblair bei unabhängigen Abfüllern eher selten geworden. Die vorliegende Abfüllung von Gordon & MacPhail ist eine Einzelfassabfüllung exklusiv für den deutschen Markt. 

 


Balblair 1996-2016, 19 Jahre, exclusively bottled for Germany, 45.4%, Cask No. 415, refill Ex-Bourbon Cask, Fass-Nr. 415, 153 Flaschen, ungefärbt

Donnerstag, 14. April 2016

Bremer Spirituosen Contor neuer Generalimporteur von Glenturret

Glenturret gilt offiziell als älteste, noch aktive  Brennerei Schottlands. Der größte Teil der Produktion wird für den Blended Whisky Famous Grouse genutzt. Originalabfüllungen des Single Malt sind entsprechend selten. Das Bremer Spirituosen Contor wird in Zukunft als Generalimporteur drei Abfüllungen aus der traditionsreichen Brennerei auf den deutschen Markt bringen.

The Glenturret „Triple Wood“ in der 0,7‐Liter‐Flasche, 43,0 % Vol.; UVP: 54,90 Euro
The Glenturret „Sherry Cask“ in der 0,7‐Liter‐Flasche, 43,0 % Vol.; UVP: 54,90 Euro
The Glenturret „Peated“ in der 0,7‐Liter‐Flasche, 43,0 % Vol.; UVP: 54,90 Euro


 Mehr Infos dazu in der Pressemitteilung:

Mittwoch, 13. April 2016

Tasting Notes: Teeling Single Cask, Portwein-Fass, 2002/2015, 46%

Die Teeling Distillery in Dublin wurde erst 2015 gegründet. Doch die Familie Teeling ist nicht neu im Geschäft: bereits 1987 gründete Vater John Teeling die Cooley Brennerei im County Louth. 2011 wurde Cooley an Beam Suntory verkauft, aber nicht alle Fässer wechselten den Besitzer. Seither kommen immer wieder interessante Abfüllungen unter dem Namen Teeling auf den Markt, die noch bei Cooley gebrannt wurden. So wie diese Einzel-Fass-Abfüllung für Irish Whiskey.


Tasting Notes: Teeling Single Malt, Single Port Wine Cask 2002, 46.1%, 330 Flaschen, abgefüllt 2015 für Irish Whiskeys

Samstag, 9. April 2016

Tasting Notes: Ben Nevis 1996-2015, Whic, 53.7%, Hogshead, ungefärbt

Die Highland-Brennerei Ben Nevis war von 1978- 1984 und von 1986-90 geschlossen. Seit ihrer Übernahme durch Nikka produziert Ben Nevis regelmäßig, vor allem für die vielen Blends von Nikka. Angeblich werden seit 2015 mehr als die Hälfte des New Make direkt nach Japan geschickt, um dort Eingang in den Blend Nikka Black zu finden. Doch immer wieder finden auch Einzelfässer ihren Weg nach Deutschland.






Tasting Notes: Ben Nevis 1996-2015,  Whic, 53.7%, Hogshead, ungefärbt, 126 Flaschen

Aroma:

Dieser Whisky braucht ein paar Minuten, um sich zu öffnen. Er beginnt mit kräftigen Malzaromen und zartem Duft von frischem Apfel, Zitrone, etwas  Aprikose und Vanille. Auch ein Hauch von Eiche ist irgendwo versteckt. Neben dem Malz finden sich auch florale Töne und grüne Noten. Grüner Tee, frische Äste, eine Graswiese.

Geschmack:

Die vornehme Zurückhaltung, die er im Glas ausstrahlte, ist auf der Zunge vergessen. Überraschend voll, ölig, scharf und pfeffrig kommt er an, auch wenn er mit Wasser verdünnt wird. Die grünen Töne werden dunkler - Baumrinde und Tabakblätter kommen mir in den Sinn.


Nachklang: 

bleibt lange auf der Zunge liegen

MargareteMarie meint:

Dieser Ben Nevis überwältigt nicht, sondern fordert heraus. Einem Anfänger würde ich ihn nicht empfehlen. Er bietet wenig Fass und viel Destillat. Das Hogshead, in dem er reifte, war ein refill Fass, und mit großer Wahrscheinlichkeit war es für einen edlen Blend gedacht. Genau das zeichnet diesen Whisky aus. Er hat eine wunderbare Grundstruktur und ist der ideale Partner im Hintergrund. Es ist ein Whisky, der gut gefällt. Doch eigentlich fehlt ihm der Gegenpart. Es fehlt ihm das first-fill-sherry-Fass, mit dem zusammen er in einer small-batch Abfüllung hätte leuchten können. Wer Mut hat, gibt einige Tropfen aus einem first-fill Sherry Fass dazu - und wird staunen.

In einem Satz: Ein Spaziergang ins Grüne mit Brotzeit auf einer einsamen Wiese. 

Vielen Dank an Whic für dieses interessante Sample.