Sonntag, 6. Juli 2014

Geheimtip Delitzsch: Indie-Whisky-Summer-Party Teil I

Aus der Musik-Branche kennen wir den Begriff der Indie-Label schon seit langem. Doch auch in der Whisky-Branche gibt es sie: die "independent whisky bottlers", die unabhängigen Abfüller. Noch gelten die meisten von ihnen als Geheimtip. Am vergangenen Wochenende traf sich die Haute-Volée der deutschen Whisky-Indie-Szene  in einem kleinen Städtchen in der Nähe von Leipzig.  
 

 
Abseits von den großen Messen und bekannten Veranstaltungen fand rund um die alte Stadtpfarrkirche in Delitzsch die erste "Independent Whisky Summer Party" statt, und einige der besten Whisky-Händler der Republik waren dem Ruf des Veranstalters gefolgt. Denn eingeladen hatte zu diesem ganz besonderen Whisky-Festival einer der alten Hasen der Szene. Oder vielleicht sollte ich lieber sagen: ein alter "Indianer" - Jens Fahr aus der Altstadtkneipe Nr. 2.

Seit über 20 Jahren wird in Delitzsch im Juni das Peter-und-Paul-Stadtfest gefeiert, und seit einigen Jahren gehört Jens Fahr auch zur Organisations-Gesellschaft. In diesem Jahr hat er sich einen ganz persönlichen Wunsch erfüllt: direkt vis-à-vis seiner Altstadtkneipe  stand während der Festtage auch ein kleines Whisky-Indie-Sommer-Zeltdorf.

Gleich am Eingang dieses Whisky-Dorfes hatte "Best Dram" seinen Stand aufgebaut. Erst im Februar diesen Jahres wurde die Firma gegründet, doch die beiden Köpfe dahinter sind keine Neulinge im Whisky-Geschäft. Mike Müller führt seit vielen Jahren erfolgreich die Saxo-Bar in Remscheid, die 2008 von einer Fachjury zur besten Whisky-Bar Deutschlands gewählt wurde. Und Michel Reick ist der Betreiber des Whisky Dungeon in Münster, das nicht nur über 500 verschiedene Whisky-Sorten, sondern auch exklusive Biere, Aktionstage und Musik-Events zu bieten hat. Bei den Abfüllungen von "Best Dram" handelt es sich überwiegend um Einzelfass-Abfüllungen in geringer Auflage. Seit drei Wochen ist die Firma auch General-Importeur der "Old Masters" Reihe.

Unterstützung am Stand in Delitzsch: Klaus Reupke
 
Speyside Mysteria. (K)ein Balvenie?
Besonders interessiert hat mich an diesem Abend der  Speyside Mysteria, denn laut Etikett handelt es sich dabei um einen 24jährigen Blended Malt aus dem Bourbon Cask, dessen Herkunft nicht genannt werden darf. Auf Nachfragen hat man mir bestätigt, dass es sich um einen "teaspooned" Malt handelt, also um einen  Single Malt, der mit einem Teelöffelchen bzw. einer kleinen Menge Whisky aus einer anderen Brennerei "verunreinigt" wurde. Mich hat das Teelöffelchen Glenfiddich oder was es sonst gewesen sein könnte nicht gestört, mir hat dieser fruchtig-samtige Speysider hervorragend geschmeckt.


Melanie Skowronek, Christian Priess
 
Auch Anam na h-Alba gehört noch zu den jungen, aufstrebenden Abfüllern in unserem Land.
Gegründet wurde die Firma 2012 von Thomas Skowronek, der seither schon einige Bestseller im Angebot hatte. Das Sortiment besteht überwiegend aus Einzelfass-Abfüllungen, viele davon in Fassstärke, und immer ohne Farbzusatz und nicht kühlgefiltert.
Bei Anam na h-Alba finde ich am Stand auch die Festival-Abfüllung, einen 19 Jahre alten Miltonduff aus dem Bourbon Hogshead  mit einem Amontillado-Finish. Die Nachreifung hat dem Whisky eine traumhafte, fast kupfer-orangene Farbe beschert. Auch der Geschmack überzeugt, die Flasche wandert in meine Einkaufstüte.
 

WM Spirits: Wagmüller + Meier. The Admiral's Cask.

 
Seit fast 6 Jahren betreibt Uwe Wagmüller sein Geschäft "Finest Whisky" in Berlin. Zusammen mit seinem Partner Jan Meier hat er in Lüneburg auch "MW Spirits" gegründet. In Delitzsch hat er die Abfüllungen der Serie "The Admiral's Cask" am Stand dabei. Dass die Whiskys überdurchschnittlich gut sind, versteht sich von selbst. Doch das eigentlich Besondere sind in diesem Fall die Label: jede Flasche trägt ein individuelles Etikett, das aus einer alten Seemanns-Karte herausgeschnitten wurde.
Für jedes Fass gibt es eine eigene Karte, und auf der Internet-Präsenz von WM Spirits kann man nachschauen, welches Stückcken der Karte auf welcher Flasche gelandet ist. Individueller geht's wohl kaum noch.

Und auch die nächste Sonderserie haben Uwe und Jan bereits mit nach Delitzsch gebracht: die Lunar Series. 12 Abfüllungen sind geplant, das Etikett wird jeweils ein chinesisches Tierkreiszeichen tragen. Den Anfang wird wohl ein 29 Jahre alter Tamdhu von 1984 machen. Die Auflage des Prototyps war ausgesprochen klein: nur 8 Flaschen wurden abgefüllt.

 

Neben seinen eigenen Abfüllungen hatte Uwe auch die Abfüllungen eines weiteren Berliners dabei: Lars Göran Wiebers. Unter dem Namen Jack Wiebers Whisky World  bringt er seit 1999 immer wieder erfolgreich eigene Serien auf den Markt. Berühmt wurde er zunächsst mit der Reihe der "Scottish Castles", aber auch die Reihen "Old Train Line"  oder "Great Ocean Liners" sind bei Sammlern mittlerweile sehr begehrt.

 
Kultstatus haben inzwischen die Serie "Wanted", die bekannten Persönlichkeiten der (deutschen) Whiskyszene gewidmet ist, sowie seine rauchige Islay-Abfüllung "Jack's Pirate Whisky".
Besonderes Kennzeichen der Piraten-Serie ist der Jack-Russel-Pirat, der jedes Etikett ziert. "Das gestohlene Schiff Teil V" ist eine Single-Malt Abfüllung mit einem Finish im Port-Ellen-Sherry-Fass und gehört zu meinen Lieblingen aus dieser Serie.

Teil II folgt morgen.




Montag, 2. Juni 2014

Ardbeg-Day 2014: Impressionen und Interview mit Bryony MacIntyre (Whisky Creation Team Ardbeg)

Endlich ist er da: seit Monaten warten die Fans auf ihn, am vergangenen Wochenende dann war es soweit. Der neue Ardbeg Auriverdes wurde offiziell den Fans vorgestellt.  Auf dem Bonner "Kunstrasen" hatten 400 Committee-Mitglieder die Gelegenheit, ihn erstmalig im Rahmen des diesjährigen Ardbeg-Day zu verkosten.
 
MargareteMarie

Wenn Islay feiert, feiert die Welt. Jedenfalls, wenn es um Ardbeg geht. Denn wenn die Kult-Brennerei auf der schottischen Hebriden-Insel Islay zum Ardbeg-Day einlädt, feiern die Fans rund um den Globus mit. Von Schottland bis Südafrika fanden in unzähligen Ländern der Welt am vergangenen Wochenende die Ardbeg-Tage statt, die in diesem Jahr ganz im Zeichen der kommenden Fußballweltmeisterschaft in Brasilien standen.

Der neue Ardbeg trägt einen berühmten Namen: Auriverdes heißt die diesjährige Sonderabfüllung, und spielt damit nicht nur auf die Farben der Brennerei an (Gold und Grün), sondern auch auf die Brasilianische Fußball-Nationalmannschaft, die ebenfalls in Gold und Grün auf Torjagd geht.



Auch in Bonn wurde fröhlich gekickt und gefeiert, und ich hatte gottseidank rechtzeitig mein Ticket bestellt. Anders als im vergangenen Jahr war es diesmal möglich, eine Flasche Auriverdes direkt vor Ort zu erwerben. Vorausgesetzt, man war angemeldet und hatte seine Flasche vorbestellt. Und natürlich war der Höhepunkt des Tages auch diesmal wieder die Präsentation und gemeinsame Verkostung der neuen Sonderabfüllung.

Eigens aus Schottland war diesmal Bryony MacIntyre angereist, die zum Whisky Creation Team von Dr. Bill Lumsden gehört und an der Entwicklung des Auriverdes maßgeblich beteiligt war. Ich habe die Gelegenheit genutzt und Bryony über den neuen Ardbeg Auriverdes befragt. Das komplette Interview mit ihr findet ihr weiter unten.

Wer Lust hatte, konnte beim Human Table Football mitmachen, Heuballen werfen oder Quizfragen beantworten. Ich muss zugeben, Fußball ist nicht so ganz mein Ding, aber ehe ich mich versah, hatte ich ein grünes Band am Arm und war plötzlich Mitglied im Fußball-Team "Serendipidy". Mit zum Team gehörten auch die Food-Blogger "Küchenjunge",  Christine von "KeksundKarotte" und Jochen von "Vivaculinaria" sowie Rainer, dem ich viele tolle Fotos vom Ardbeg-Day verdanke.

Als ich dann aber die Fußball-Arena sah, hab ich mich elegant aus der Affaire gezogen: an schwere Eisenstangen gekettet zu sein erschien mir nicht wirklich das wahre Vergnügen, und ich hab ruckzuck auf alle "Wir-sind-Frauen-wir-können-das-auch"-Parolen gepfiffen und beschlossen, mein Team stattdessen durch lautstarkes Anfeuern zu unterstützen. Es gibt Situationen, da bin ich gerne Frau:-) Meine Hochachtung an Christine, die tatsächlich ihren Mann gestanden und mitgespielt hat.
"Küchenjunge", Tobias, Sascha, Rainer, Christine

Gewonnen haben wir am Ende aber nicht, die Ehre ging an das Team "Shorty", aber Spaß gemacht hat es trotzdem. Bei strahlend blauem Himmel haben wir einen herrlichen Nachmittag verbracht, zusammengesessen, geklönt, gelacht, gegessen und natürlich Ardbeg getrunken. Was mich wieder einmal beeindruckt hat: Freibier gab es so viel man wollte, und auch der Whisky hat kaum was gekostet. Und dennoch gab es am Ende des Tages keine Betrunkenen, keine Koma-Säufer und keine Krakeeler. Sondern jede Menge Spaß, nette Freunde, schöne Gespräche und viel Genuss.

Der Nachmittag verging wie im Flug, und dann wurden endlich die Tabletts rundgereicht mit dem neuen Ardbeg Auriverdes. Und ganz am Schluß hatte Tobias dann noch ein kleines Highlight für uns dabei: ein Kistchen mit Zigarren, mit einer Empfehlung von Dr. Bill Lumsden, dem Director of Analytics and Whisky Creation. Denn die "Cohiba Maduro 5" passen ganz wunderbar zu einem Glas Ardbeg Auriverdes. Fast so gut wie Schokolade.

Tobias, Marco

Und hier zum Abschluß noch ein Video mit ganz viele Foto-Impressionen und das Interview mit Bryony MacIntyre zum neuen Ardbeg Auriverdes.





Ausführliche Verkostungsnotizen folgen morgen. Nur so viel sei schon verraten: ich find ihn toll!!!




Freitag, 30. Mai 2014

Ein besonderer Whisky für eine besondere Lady

Gestern war Vatertag. Viele Väter begnügen sich an diesem Tag mit ein  paar Bierchen. Doch Gavin Ryan Thomson  aus Saarbrücken hat sich zur Feier des Tages einen Feis Ile Bowmore Handfilled 16 Years gegönnt, den er im vergangenen Jahr persönlich während des Whisky-Festivals auf der Insel Islay abfüllte. 
Schließlich wurde vor  zwei Monaten  seine kleine Tochter Emma geboren. Und auch den Geburtstag der jungen Dame hat der gebürtige Schotte  mit einem besonders edlen und seltenen  Dram begossen: einem Glen Grant 50 Years! Gavin gehört zu jener besonderen Sorte von Menschen, die vom Whisky-Fieber befallen sind. Und in seiner Freizeit dreht sich alles um das schottische Lebenswasser.
 
 
Wenn Gavin Ryan Thomson nach Hause kommt, gilt sein erster Blick seiner Frau und seiner kleinen Tochter. Doch der junge Familienvater hat noch eine zweite, große Leidenschaft: schottischer Whisky.

Als ich Gavin in seiner Saarbrücker Wohnung besuche, fällt mir in seiner "Whisky-Ecke" auch  eine kleine Modell-Brennerei ins Auge, die unschwer als Nachbau von Bowmore zu erkennen ist.  Gavin hat sie selbst modelliert. Die Whiskys von Bowmore haben es ihm ganz besonders angetan.


Seit elf Jahren lebt Gavin jetzt schon in in der saarländischen Landeshauptstadt, und er fühlt sich hier inzwischen so heimisch, dass er auch nicht mehr weggehen möchte. Dass er überhaupt erst hierhin gekommen ist, verdankt er der Liebe. In Saarbrücken hat er während eines Urlaubsaufenthaltes beim Saarspektakel seine jetzige Frau kennengelernt. Es war Liebe auf den ersten Blick, und sie hat bis heute gehalten.

Um der Liebe willen hat er seine Heimat im schottischen Ayrshire verlassen, hat Deutsch gelernt und eine Ausbildung zum Kindergärtner gemacht, denn Kinder liebt er über alles. Doch was mich dann überrascht: auch seine Liebe zu Whisky hat er erst entdeckt, als er nach Deutschland kam.


 

Solange er in Schottland lebte, hatte er Whisky nicht besonders gemocht. Erst später, wann immer  er auf Heimatbesuch an langen, schottischen Abenden wieder mit seinem Vater zusammen sitzen konnte, gehörte ein Glas Whisky einfach dazu. Sein Vater ist leider vor einigen Jahren verstorben. Die wunderbaren Erinnerungen an diese Whisky-Abende sind ihm geblieben.

Vielleicht war es auch eine ganz besondere Art, um das Heimweh zu besiegen. Aber in Deutschland fing Gavin an, sich intensiver mit Whisky zu befassen, Informationen zu sammeln und über Bowmore auf Facebook zu posten. Schließlich wurde Cara Laing, damals Brand Managerin bei Bowmore, auf den verrückten Schotten aus dem fernen Deutschland und seine Whisky-Leidenschaft aufmerksam. Und sie lud Gavin zusammen mit seinem Bruder zu einer ganz besonderen VIP-Tour in die Brennerei ein.

Im Lauf der Zeit wuchs die Bowmore-Sammlung von Gavin immer weiter an, und auch Abfüllungen von Auchentoshan und Glen Garioch kamen hinzu. Irgendwann erfolgte der nächste logische Schritt: das Anbieten von Whisky-Tastings. Und niemand geringerer als Master Blender Richard Paterson ist sein großes Vorbild. Die Leidenschaft, der Humor und die Liebe zu Schottland teilt Gavin mit dem Altmeister des schottischen Whiskys. Und genau wie Patterson wirft auch Gavin mit Eiswürfel um sich und gießt schon mal einen Whisky in den Teppich, um die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen.

Natürlich hat er sein großes Vorbild inzwischen auch persönlich getroffen, nicht nur auf Messen, sondern auch im Glasgower Dalmore-House und in seinem Sample-Room. Als Patterson dann 2010 den Shakleton-Whisky analysieren und rekonstruieren, konnte, sammelte Gavin alle Informationen im Internet, die er finden konnte. Auf die Unterschrift von Patterson ist er  bis heute stolz.

Mittlerweile gehört Gavin  zu den Brand Ambassadoren von Campari, für die er auch gelegentlich Tastings durchführt, z.B. mit Glenfiddich, Glen Grant oder auch The Balvenie. Und schließlich nimmt Gavin während meines Besuch auch ein ganz besonderes Sample heraus, das ihm vor wenigen Monaten der Master Blender von Glen Grant persönlich überreichte, um die Geburt seiner Tochter mit einem ganz besonderen Tropfen begießen zu können: Glen Grant 50 years.

Doch seine große Liebe gehört nach wie vor Bowmore. Sein großer Traum: eines Tages als Global Brand Ambassador für Bowmore tätig sein.

Und noch eine ganz besondere Flasche steht in Gavins Regal: ein Bowmore 18 Years. Die wird auch die nächsten 18 Jahre verschlossen stehen bleiben. Bis zu jenem Tag, an dem seine Tochter 18 Jahre alt wird. Denn nur seine Familie liebt er noch mehr als Whisky.


Hier die Tasting Notes von Gavin Ryan Thomson für den Glen Grant 50 Years, getrunken zur Geburt seiner Tochter Emma, verkostet für "MargareteMarie":

On the Eye: Dark mahogany.

On the Nose: Dark bitter chocolate, soaked raisins, sweet plums, fresh grated orange peel, dark treacle toffee.

On the Palate:
Sweet plums and dried dates, soaked Christmas pudding, dried fruits and a good dose of apricots, orange zest, brown sugar, grated nutmeg and soft spices.

And the Finish:
A long, silky, sweet lingering chocolate finish, with a hint of a fine cigar. Although not smoky, it has an old taste, but also fresh.

 




Mittwoch, 28. Mai 2014

Whisky-Fair Rhein-Ruhr 2014

Am vergangenen Wochenende fand zum ersten Mal die „Whisky-Fair Rhein-Ruhr“ in Düsseldorf statt. Und wagte ein neues Konzept: zwischen Edel-Oldtimern und Liebhaber-Fahrzeugen präsentierten über 40 Aussteller ihre Whiskys aus aller Welt. In der zeitlos-entspannten Atmosphäre der Classic Remise ließ es sich wunderbar von Stand zu Stand schlendern, um zu tasten, zu plaudern, zu fachsimpeln oder einfach nur eine schöne Zeit zu haben. Mehr als 800 Besucher fanden im Laufe des Tages den Weg in die Halle und sorgten dafür, dass die Messe auf Anhieb ein großer Erfolg wurde.
 
 
Die Whisky-Fair Rhein-Ruhr war die kleinste Messe, die ich im Laufe der vergangenen Monate besucht habe. Und genau das hat mir so gut gefallen, denn sie bot mir eine wohltuende Abwechslung vom Whisky-Rummel der großen Veranstaltungen. Gemütlich, entspannt, fast familiär war die Stimmung, und es blieb viel Zeit für persönliche Gespräche.

Wer das Adelphi-Tasting mit Grame Bowie gebucht hatte, konnte nicht nur die neuen Abfüllungen probieren, sondern erhielt auch die neuesten Informationen über die neue Brennerei von Adelphi, Ardnamurchan.

Ganz neu im Programm bei Rolf Kaspar sind die Abfüllungen der „Ultimate Whisky Company” von Han und Maurice van Wees. Deutschlands bekannteste Spirituosen-Expertin Julia Nourney hat vier davon im Tasting vorgestellt und dabei die Teilnehmer mit ihrem umfangreichen Whisky-Wissen begeistert.


Auch Deutschlands einzige Brennerei-Besitzerin und Pharmazie-Ingenieurin Cornelia Bohn war mit ihrem Preußischen Whisky am Stand. 


Eine sehr nette Aktion fand ich am Stand von Sansibar: hier verkaufte Jens kleine Whisky- und Cognac-Samples, deren Erlös den Menschen zu Gute kommen wird, die von der Flutkatastrophe in Kroatien, Bosnien und Serbien betroffen waren.


Interessante Neu-Abfüllungen gab es wie immer am Stand von Alba bei Dietmar und Schulz und Corinna Schwarz. Ein Highlight diesmal: „Stronachie“, 18 years, eine Small Batch Release von A.D.Rattray, mit einem super Preis-Leistungs-Verhältnis.

Und ganz zum Schluß gab es um 18 Uhr noch ein persönliches Highlight für mich: Autor Wolfgang Nolzen las aus seinem neuen Whisky-Roman "Kildonan", in dem eindringlich und detailiert der schottische Alltag zu Beginn des 19. Jahrhunderts geschildert wird - natürlich rund um das Whisky-Brennen.



Was mich besonders freute: ich habe endlich mal die Blogger-Kollegen von „Whisky-Experts“ getroffen, die mit einem eigenen Stand vertreten waren. Neben einigen Standards entdeckte ich bei ihnen auch ein besonderes Schätzchen: Bernhard Rems hatte eigens aus Südafrika eine Flasche des „Three Ships“ Single Malt Whiskys dabei, der in Deutschland nur sehr schwer zu haben ist.
 

Einen ausführlichen Bericht über die Whisky-Fair Rhein-Ruhr findet ihr dann auch im Blog der Whisky-Experts:[hier]

Hier noch ein paar persönliche Impressionen von der Messe:



















Freitag, 23. Mai 2014

Charles Maclean

Seit 1981schreibt er über Whisky, und er gehört zu den großen Persönlichkeiten in der Szene des  schottischen Single Malt. Unzählige Bücher und Publikationen hat Charles Maclean in den vergangenen drei Jahrzehnten über schottischen Whisky veröffentlicht, und er gilt heute als wohl größter Whisky-Experte in Schottland. Kaum jemand kennt die Brennereien, ihre Geschichte und ihre Abfüllungen so gut wie er.
 


Seit 1992 ist er Mitglied der schottischen Whisky-Gesellschaft "Keepers of the Quaich", und 2009 wurde ihm der ehrenvolle Titel "Master of the Quaich" verliehen. Bekannt wurde er in Deutschland vor allem durch seinen Auftritt in dem Film "The Angels' Share", in dem er sich selber spielt.

In Limburg hatte ich das große Vergnügen, mit Charles MacLean über den Beginn seiner unglaublichen Karriere, die Entwicklung der  Whisky-Industrie in den vergangenen Jahrzehnten und die enormen Veränderungen der jüngsten Vergangenheit plaudern zu können. Charles ist ein Meister der Erzählkunst, und ihm zuhören zu können ist ein wahrhafter Genuß.

Mein Tipp: gießt euch einen guten Dram ein, macht es euch bequem, und dann stellt ihr euch einfach vor, dass ihr mit Charles Maclean an einem Tisch sitzt und mit dem Altmeister des schottischen Single Malt über Whisky plaudert. Das Gespräch dauert ungefähr eine halbe Stunde, also genug ins Glas eingießen;-) Ganz am Ende unseres Gespräches hat dann noch Alex Bruce, der Marketing Manager von Adelphi, ein paar Worte zu der neuen Brennerei von Adelphi gesagt.

Viel Spaß mit Charles.



Mittwoch, 21. Mai 2014

Whisky-Fair Limburg 2014

Whisky-Messen gibt es viele, und man muss sie nicht alle besucht haben. Aber Limburg ist ein MUSS. Denn hier treffen sich einmal im Jahr die wahren Freaks, die echten Malt-Heads und Anoraks. 

Nur hier wird man wirklich verstehen, warum Whisky für so viele so unwiderstehlich ist. 

Und nur hier wird man all die seltenen Abfüllungen finden, von denen die Wissenden nur hinter vorgehaltener Hand ins Schwärmen geraten und die man sonst nirgendwo probieren kann.
 
Jens und seine Raritätenecke. Bild: MargareteMarie


Bild: MargareteMarie

Im letzten Jahr habe ich es nicht bis auf die Empore zu Sansibar geschafft, zuviel spannendes gab es an den Ständen in Halle und Kellergeschoss zu entdecken. Aber in diesem Jahr ist Blogger-Kollege Marcus "Whiskycuse" am Stand von Sansibar und betreut dort die Spezialitätenecke. Genau der richtige Punkt also, um mein Limburger Whisky-Wochenende zu beginnen. Und kaum bin ich am Stand von Sansibar eingetroffen, als auch schon eine Gruppe aus der Schweiz den Stand stürmt und für eine ganz besondere Stimmung sorgt. 

Die "Hello Whisky"s  kommen schon seit Jahren aus dem Nachbarland, und sie bringen reichlich Souvenirs mit. Schweizer Schokolade macht zuerst die Runde, und dann werden die ganz besonderen Samples, die jeder mitgebracht hat, ausgepackt und rundgereicht. Im Nosing-Glas natürlich. Unzählige jahrezehntealte Whiskys ziehen immer wieder an meiner Nase und meinem Gaumen vorbei: "Probier mal diesen... Probier mal den da... Und den musst du auch probieren..."  Das gibt es nur in Limburg. Und genau deshalb kommen sie aus allen Teilen Europas: der Schweiz, Schweden, Italien, Dänemark, Rußland, Holland, Belgien und natürlich auch aus dem Elsaß.
Besuch aus der Schweiz. Bild: MargareteMarie

Bereits zum 13. Mal wurde die Limburger Stadthalle zum Mekka der Whisky-Welt. Über 2.000 geöffnete Flaschen standen an diesem Wochenende auf über 2.200 Quadratmetern offiziell für die Besucher an den unzähligen Ständen bereit, oft Einzelfass-Abfüllungen oder uralte Raritäten.

Die Programm-Übersicht liest sich denn auch wie das "Who-is-Who" der unabhängigen Abfüller und Spezialitäten-Anbieter. Von Adelphi bis The Whisky Chamber waren wieder einmal alle unabhängigen Abfüller  mit Rang und Namen vertreten. Über 90 Aussteller haben 2014 den Weg nach Limburg gefunden, und ein Rahmenprogramm mit interessanten Tastings gehörte natürlich auch dazu. Im Eintrittspreis von 10 Euro war das Tasting-Glas inklusive, der Preis ist in Ordnung und die Organisation war reibungslos.

Auch wenn in diesem Jahr wegen des schönen Wetters nicht ganz so viele Besucher kamen wie im Jahr zuvor, herrschte doch an den meisten Ständen Zufriedenheit - bei den Anbietern ebenso wie bei den Kunden.

Bild: MargareteMarie

Wer in Limburg "Seinen" Whisky" nicht findet, wird ihn nirgendwo finden. Erholung vom Tasting-Stress habe ich dann auf der Sonnenterrasse des Restaurants gefunden, wo sich reichlich Gelegenheit bot, gemütlich zusammenzusitzen und mit alten und neuen Freunden über das spannendste Getränk der Welt zu fachsimpeln. Oder einfach nur das Leben zu genießen.

Und Gelegenheit zum fachsimpeln hatte ich reichlich: mit Blogger-Kollegen Marcus "Whiskycuse", Petra von "Mein Whisky", Stefan von "Whiskyjournal" ebenso wie mit den Whisky-Experten Julia Nourney, Charles Maclean, Charlie Smith, George Grant, Thomas Plaue, Stefan aus Hannover, Jens Fahr und... und... und...

Im nächsten Jahr wird die Whisky-Fair Limburg am 25. und 26. April stattfinden. Und alle werden wieder kommen. Ich auch.


Hello Whisky  am Stand von Sansibar.  Bild: MargareteMarie

Marcus "Whiskycuse" in Aktion. Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Whisky-Blogger: Whiskycuse, MargareteMarie, Dan Whiskinger

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie


Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Whiskycuse, Dan Whiskinger. Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie


Charlie Smith, MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Whiskyblogger: Mein Whisky,  MargareteMarie, Whiskycuse

Bild: MargareteMarie

MargareteMarie, Charles Maclean

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

In Europa nicht erhältlich. In Limburg am Stand. Orphan Barrels. Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

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Bild: MargareteMarie

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Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

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Bild: MargareteMarie

Besuch aus dem Elsass. Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie
 
Julia Nourney bei Warehouse  No 8. Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie
Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie