Dienstag, 28. Juli 2015

Das Rare-Malt Phänomen

David Robertson ist Fachmann für alte und seltene Whiskys. In seiner Datenbank sind über 100.000 Flaschen mit potentiellem Sammler-Wert verzeichnet. Doch Robertson sammelt nicht selbst. 

Ihn interessiert vor allem die Preisentwicklung von besonderen Abfüllungen, und schon seit Jahren beobachtet er die Aktivitäten der Whisky-Sammler  in diversen online-Auktions-Häusern.
 
Foto: MargareteMarie

David Robertson gehört zu einer wachsenden Zahl von weltweiten Experten, die sich für Whisky als Anlageobjekt interessieren. 2013 hielt er bereits auf der Frankfurter Interwhisky in seiner Funktion als Rare Whiskys Direktor von Dalmore einen Fachvortrag über die Preisentwicklung von Schottischem Single Malt, während Master Blender Richard Paterson in Asien unterwegs war, um für die teuren Sonderabfüllungen der Brennerei neue Kunden zu begeistern.

Seit 2014 ist David Robertson selbst in Asien unterwegs. Nach dem Verkauf von Dalmore an Emperador Inc. gründete der ehemalige Distillery Manager und Master Distiller von The Macallan zusammen mit Rickesh Kishnani in Honkong den Platinum Whisky Investment Fund. Ziel des Funds ist es, seltene und bei Sammlern begehrte Whiskys günstig zu erwerben und später mit Gewinn an Sammler abzugeben.

Im gleichen Jahr hat Robertson zusammen mit Banker Andy Simpson die Firma Rare Whisky 101 gegründet, deren vorrangige Funktion es ist, die Veränderungen im Marktwert von Whisky zu beobachten.

Robertson ist kein Einzelfall, aber seine Arbeit ist symptomatisch für die Entwicklung der Branche. Auch in Deutschland gibt es inzwischen zunehmend Fachleute, die ihre Kunden bei der zielgerichteten Suche nach gewinn-versprechenden "Rare Malt" Abfüllungen beraten  und unterstützen.

Foto: MargareteMarie


Die weltweite Sammel-Wut zeigt mittlerweile ihre Wirkung. Es ist heute nicht mehr wichtig, einen "Great Malt" herzustellen. Das Zauberwort heißt heute "Rare Malt". Wurden früher "alte Fässer" in den Standard-Abfüllungen klammheimlich mitverbraten, so werden sie zunehmend als Rarität abgefüllt. In jüngerer Vergangenheit haben immer wieder diverse Brennereien und unabhängige Abfüller "Rare-Malt"-Ausgaben zu Höchstpreisen auf den Markt gebracht.

Limitierte Sonderausgaben sind inzwischen der Standard, die Standard-Abfüllungen interessieren nur noch die wenigsten. Das Geschäft mit der Sammlerleidenschaft für alte, seltene oder besondere Single-Malts läuft scheinbar bestens.

Inzwischen hat der erste Whisky-Fund der Welt auch Konkurrenz bekommen. Wie "The Spirits Business" mitteilte, haben die ca. 5.000 Mitglieder des Single Malt Club China einen 3-Millionen-Pfund starken Fund gegründet, um seltene Abfüllungen für den Chinesischen Sammler-Markt kaufen zu können. Deutsche Whisky-Clubs können von solchen Maßnahmen wohl nur träumen.


Foto: MargareteMarie

Samstag, 25. Juli 2015

Alt-Enderle. Interview mit einem Besessenen. Teil II

Als ich vor kurzem Joachim Alt und Michael Enderle in ihrer Brennerei in Rosenberg-Sindolsheim besuchte,  wollte ich eigentlich nur ein bißle was über ihren neuen Grünkern-Whisky wissen. 

Doch dann entwickelte sich mein  Plausch mit Joachim Alt zu einem leidenschaftlichen Plädoyer für den deutschen Whisky und die deutsche Brennkultur.
 
MargareteMarie im Gespräch mit Joachim Alt. Foto: privat

Hier sind einige Auszüge aus unserem Gespräch.



Freitag, 24. Juli 2015

Alt-Enderle. Interview mit einem Besessenen. Teil I

Wer zur Brennerei Alt-Enderle im Badischen Rosenberg-Sindolsheim fährt, sollte Zeit mitbringen. Denn Joachim Alt, Brennmeister bei Alt-Enderle, ist ein Besessener. 

Wenn er von seiner Arbeit redet, dann spudelt es nur so aus ihm heraus. Er ist Brenner aus Leidenschaft und war einer der ersten, die in Deutschland Whisky brannten. 

Vergangenes Wochenende habe ich ihn und Michael Enderle in ihrer neuen Brennerei besucht. Und dabei so manche Überraschung erlebt.
 
Foto: MargareteMarie
 

Donnerstag, 16. Juli 2015

Hot, hotter, hottest: Delitzscher Whisky-Sommer 2015

Regentage haben auch ihre guten Seiten. Wenn der Himmel so richtig schön grau ist, schmeckt der Whisky doppelt so gut. 

Weshalb der Sommer oftmals eine whisky-freie Zeit ist. Doch auch bei strahlendem Sonnenschein muss man auf sein Trinkvergügen nicht verzichten. 

Beim zweiten Indie-Whisky-Summer-Festival in Delitzsch herrschten in diesem Jahr schweißtreibende Temperaturen. 

Und  ich habe mehr als eine Möglichkeit entdeckt, wie man bei schwül-heißem Wetter seinen Whisky trotzdem genießen kann.
 


Samstag, 11. Juli 2015

Dem Himmel so nah: Sternstunde mit Sam Simmons und The Balvenie Tun 1401

Nur drei Jahre lang, von 2010 bis 2013, wurde in der Brennerei "The Balvenie" die Serie "Tun 1401" aufgelegt, ehe sie im vergangenen Jahr durch die "Tun 1509" abgelöst wurde. 
Durch ihre Exklusivität erreichte die "Tun 1401" schon kurz nach ihrem Start unter Kennern Kultstatus und heute werden die Flaschen für ein vielfaches des Ausgangspreises gehandelt.
Am vergangenen Wochenende hatte ich auf dem Whisky-Fest in Delitzsch die Gelegenheit, ein Sample aus einem sehr alten Fass für die Tun 1401 probieren zu können. 
Und dabei von Brand Ambassador Sam Simmons ein kleines Geheimnis erfahren.

Donnerstag, 2. Juli 2015

"Whisky Breton" in Zukunft ohne "Glann ar Mor"

In der bretonischen Whisky-Szene brodelt es schon länger.  Jean Donnay, Inhaber der Celtic Whisky Company in Pleubian, zieht jetzt die Konsequenzen aus dem Streit. Am 15. August wird er seine Brennerei Glann ar Mor nach über 18 Jahren schließen. Und wirft dabei die Tür laut krachend hinter sich zu.
 
"whisky breton"              Foto: wbbolin


Freitag, 19. Juni 2015

Nikka-Hype

Für echte Nikka-Fans wird ihre Vorliebe für diesen japanischen Whisky ab heute teuer werden. Nachdem gestern einige deutsche online-Seiten meldeten, dass Nikka seine Produktpalette ab September umstellen wird, brach in unserem Land sofort der Hamster-Einkaufs-Hype los. Bei diversen online-Händlern waren innerhalb weniger Stunden Nikka-Whiskys mit Altersangabe komplett vergriffen.
 
Preissteigerung bei Nikka

Dienstag, 16. Juni 2015

A Star is born: Kavalan Solist

Als im März diesen Jahres der "Kavalan Solist Vinho Barrique" zum besten Single Malt Whisky der Welt gewählt wurde, mussten Schottlands Brennereien viel Spott und auch Kritik ertragen. Die Asiaten haben diesen Triumph über die Altmeister gefeiert: im Frankfurter Club Zenzakan stieg vor ein paar Tagen eine grandiose Siegerparty. Selbst CEO und Junior-Chef Yu-Ting Lee sowie Master Blender Ian Chang waren zu diesem Anlass aus dem fernen Taiwan angereist. Und hatten einige Neuigkeiten mit im Gepäck.
 
 


Freitag, 5. Juni 2015

Ardbeg Perpetuum, Ardbeg 1815 und ein Ardbeg Day zum Jubilieren - auf dass es rauche ewiglich!

 
Mit Spannung wird jedes Jahr am letzten Samstag im Mai rund um den Globus die neue Sonderabfüllung von Ardbeg erwartet. Dabei waren die Erwartungen der Fans diesmal besonders hoch, denn die Brennerei an der Südküste der schottischen Insel Islay feierte gleichzeitig ihr 200jähriges Bestehen. Am traditionellen Ardbeg-Day Ende Mai wollte man endlich mal wieder einen richtigen Knaller im Glas haben. Der Knaller kam - doch anders als erwartet.


Dienstag, 3. Februar 2015

Neu im Februar:




Glenmorangie präsentiert zum Jahresbeginn die sechste Edition der limitierten “Private Edition”, Glenmorangie Tusail. Im Mittelpunkt steht diesmal ein seltenes Getreide. Die Wintergerste „Maris Otter“ ist eine seltene,  fast vergessene Gerstensorte Schottlands. Für Glenmorangie Tùsail“ wurde eine kleine Menge dieser Gerste traditionell gemälzt, die Reifung erfolgte anschließend in Ex-Bourbon-Fässern. Das Ergebnis sind laut Pressemitteilung  „rustikale, reiche Aromen von Nusskaramell, süßem Gerstenmalz, Ingwer, Zimt, Melasse und Datteln,ergänzt von typischen Glenmorangie-Noten wie Pfirsiche, Orangen und geräucherten Birnen.
Glenmorangie Tùsail wird mit 46%Vol. Alkohol abgefüllt, ist nicht kühlgefiltert  und wird ab dem 19. Februar 2015 für ca. 80 Euro erhältlich sein.  Detaillierte Verkostungsnotizen folgen noch. 

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Bacardi bringt in diesen Tagen einen Aultmore 25 auf den Markt.  Nach Aultmore 12 und Aultmore 21 ist es bereits die dritte Abfüllung aus der Reihe “The Last Great Malts“.  Während der letztgenannte dem Travel Retail vorbehalten ist, werden der 12jährige sowie der 25jährige Aultmore zusätzlich auch in Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan, Russland, Schweden, Taiwan, Großbritannien, den und den USA im Fachhandel erhältlich sein.
Abgefüllt wurde  jeweils mit 46%. Der Ausgabepreis liegt derzeit bei etwa 300 GBP.
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Woodford Reserve Rye ist die neueste Kreation aus der traditionsreichen Brennerei in Kentucky. Master Distiller Chris Morris verwendete eine Rezeptur mit 55% Roggen, um die natürlichen, würzigen Aromen des klassischen Woodford Reserve zu betonen.
Dieser 7-8 Jahre alte Kentucky Straight Rye wird mit 45.2% Vol. Alkohol abgefüllt und ist vorerst nur auf dem amerikanischen Markt erhältlich.
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Aus der irischen Brennerei Cooley stammt der Kilbeggan 21. Der 21 Jahre alte Blended Pot Still Whisky reifte in ehemaligen Bourbon-, Port-, Madeira-, und Sherry-Fässern heran.
Abgefüllt wurde er mit 40%Vol., der Vertrieb erfolg über Beam-Suntory. Der Preis liegt bei etwa 100 Euro.
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Die Glasgow Distilling  Company kündigte im Januar eine  limitierten Serie von sehr alten  „Super-Premium-Whiskies“ an, die der griechischen Mythologie gewidmet sind. Den Auftakt macht „Prometheus“, ein 26 Jahre alter Speyside Single Malt, dessen genaue Herkunft nicht verraten wird. Sein Kennzeichen sind rauchige Aromen von getorftem Malz und florale Noten wie sie typisch sind für die Region. Liam Hughes, CEO der Glasgow Distillery Company, sagte dazu: “Prometheus 26 Year Old ist eine fantastische Erweiterung unseres Portfolios. Wir haben das Große Glück gehabt, solche besonderen Fässer erwerben zu können. Wir werden eine kleine Menge Anfang des Jahres 2015 herausbringen und den Rest zurückhalten und noch etwas weiter reifen lassen“. Offizielle Deutschland-Premiere wird während der Hanse-Spirit Hamburg sein. Abgefüllt wird mit 47%, die Preisempfehlung liegt bei ca. 480,-- Euro. 
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Gleich zwei neue Abfüllungen wird es bei Springbank geben: Der Springbank 17  Sherry Wood wird mit 52.3% abgefüllt. Die Ausgabe ist auf  9120 Flaschen limitiert. Der 12jährige Cask Strength Batch #10 ist mit 53.2% abgefüllt und in Sherry Casks und Bourbon Casks gelagert worden.