Sonntag, 19. Februar 2017

Glenmorangie Bacalta. Von der Sonne verwöhnt.

Vor kurzem hatte ich mal wieder Glück, und konnte bei der Markteinführung des neuen Glenmorangie Bacalta in München dabei sein.  Das Event war wie immer erstklassig. Aber hat mich der Bacalta auch überzeugen können? 



Wenn Glenmorangie einlädt, ist es immer ein besonderes Fest, vor allem, wenn es um die Private Edition geht. Auch für die achte Auflage dieser limitierten Sonderabfüllung  hat sich die Marketing-Abteilung mächtig ins Zeug gelegt  und eine illustre Gruppe von Journalisten und Bloggern zur Deutschland-Premiere des neuen Glenmorangie Bacalta nach München eingeladen.

Come together

 

Netterweise habe ich auch einige bekannte Gesichter getroffen,  Petra von MeinWhisky.com war da, sowie Bernhard von den WhiskyExperts.de und die beiden Podcaster Max und Tobias von Newspiritcasters.de, die auch eine ganze Menge von Wein verstehen. Besonders gefreut habe ich mich, dass ich endlich die Münchner Food-Bloggerin Claudia von DinnerumAcht.de kennengelernt habe. Wenn Ihr Lust auf fremde Kochtöpfe habt, solltet ihr unbedingt in Claudias Blog vorbeischauen.

 
Dr. Bill Lumsen und Brendan McCarron, verantwortlich für die Whiskys von Glenmorangie, wurden während des Abends live aus Edinburgh dazugeschaltet und führten uns virtuell durch das Tasting. Zum Glück war der Whisky, der uns dazu serviert wurde, dann aber sehr real. Zusammen mit Bloggern aus Paris und London hatten wir auch die Gelegenheit,  Fragen zur neuen Abfüllung zu stellen. 

Live-Show mit Dr. Bill Lumsden (links) und Brendan Mc Carron von Glenmorangie. Foto: MM


Madeira Wood Finish


Dr. Bill hat es sich nicht nehmen lassen, auf seine humorvoll-joviale Art uns alle Vorzüge und Besonderheiten des Bacalta zu schildern, dessen Hauptmerkmal ein Finish in Madeira-Fässern ist. Bereits vor 20 Jahren hatte man bei Glenmorangie einen Whisky mit Madeira-Fass-Finish herausgebracht - damals das erste Madeira-Finish überhaupt. Bis heute sind Whiskys mit Madeira-Finish eher selten, und Madeira-Fässer sind sehr gesucht. Vor etwa 7 oder 8 Jahren entstand die Idee bei Glenmorangie, noch einmal ein Madeira Finish anzuwenden.

Getoasted, nicht gecharred: der neue Glenmorangie Bacalta. Rechts daneben ein 10 Jahre alter Madeira-Wein.  Foto: MM


Die Fässer


Der eigentlich spannende Teil sind die Fässer selbst, und wie erhofft, hat Dr. Bill an diesem Abend auch einige Informationen darüber preisgegeben. Für den Bacalta hat Glenmorangie die nötigen Fässer nach eigener Spezifikation herstellen lassen:  luftgetrocknete, festkörnige amerikanische Weißeiche wurde zu 250 Liter großen Hogsheads verarbeitet.

Diese Fässer wurden nicht, wie sonst üblich, stark ausgebrannt (charred), sondern stark geröstet (toasted), was zu einem veränderten Aromaprofil und auch zu einer helleren Farbe führt. Ich will mich hier nicht weiter darüber auslassen, wenn es euch interessiert, findet ihr in diesem Artikel von WhiskeyWash ein paar interessante Anmerkungen. Die Details (Dauer und Grad der Toastung) gibt man bei Glenmorangie natürlich nicht so gerne bekannt, denn genau darin liegt ja eines der Geheimnisse der Aromabildung. Anschließend wurden die Fässer nach Madeira verschifft, wo sie mit Malvasia-Wein belegt wurden.

Der Malvasia, auch Malmsey genannt, reifte dann 2 Jahre lang auf  traditionelle Canteiro-Art in der prallen Sonne. Auf dem 32. Breitengrad, kurz vor der Küste von Afrika, können schon gewaltige Temperaturen auf den Wein einwirken. Diese "sonnengebackenen" Fässer waren auch die Inspirationsquelle für die Namensgebung - Bacalta heißt wohl übersetzt "der Gebackene". Naja. Oder so ähnlich.

Dann wurden die entleerten Fässer nach Schottland geschickt. Dort war es  mit der Sonnenreifung wieder vorbei. Es wurden  ca. 10jährige first-fill Ex-bourbon Fässer ausgewählt, deren Inhalt in die Madeira-Hogsheads umgefüllt wurde und weitere zwei Jahre in den kühl-feuchten Lagerhallen am Dornoch Firth nachreifen konnte, ehe der Whisky mit 46% nicht-kühlgefiltert abgefüllt wurde.

Um eine regelmäßige Kontrolle der Fässer zu ermöglichen, werden die Fässer für die Private Edition in den traditionellen Dunnage-Lagerhäusern auf dem Gelände der Brennerei aufbewahrt. Im Durchschnitt wird alle drei Monate eine Probe entnommen, in der Endphase sogar wöchentlich.

Dr. Lumsden hat uns viel verraten, aber noch lange nicht alles,  den Namen des Wein-Produzenten auf Madeira blieb er ebenso schuldig wie die Auflagenzahl dieser  limitierten Abfüllung. Für die Zahlen-Freaks unter euch sei noch erwähnt, dass die Private Edition nur etwa ein bis zwei Prozent der gesamten Jahresproduktion ausmacht. Erfahrungsgemäß reichen die Flaschen der Private Edition aber immer mindestens ein Jahr, bis die neue Ausgabe herauskommt.

Was uns nächstes Jahr erwartet, hat Dr. Bill auch nicht verraten. Aber es soll etwas ganz anderes sein als das, was er bisher bei der Private Edition gemacht hat. Falls ihr diesbezüglich irgendwelche  Ideen oder  Spekulationen loswerden wollt,  könnt ihr das gerne in der Kommentarfunktion tun.

Am Ende gab's dann noch ein super tolles Essen, und einen 10 Jahre alten Madeira Malmsey Wein von Henriques.

Und damit komme ich jetzt endlich zur wichtigsten Frage: Wie hat mir der Bacalta geschmeckt?
Hier meine Tasting Notes:




Glenmorangie Bacalta, Private Edition No 8, 46%, nicht-kühlgefiltert, limitierte Auflage


Aroma: im ersten Anflug viel Haselnuss, Honig, dann süße, getrocknete Orangenscheiben, Aprikosenmarmelade, ein paar Feigen und Datteln. Unter dieser üppigen Fruchtnote verbergen sich frischer Ton und nasse Kieselsteine.

Geschmack: sehr malzig, mit starken Röstaromen, Bitter-Marmelade, Kakao-Butter, leicht nussig und ölig

Nachklang: angenehm lang, leicht trocken, mit einer minzigen Frische am Ende

MargareteMarie meint: 

ein wunderbar süffiger, würziger und fast nussiger Glenmorangie.  Er bietet alles, was einen guten Whisky auszeichnet: er ist komplex, rund, und wunderbar ausgewogen. Er bietet auch eine deutliche Steigerung im Vergleich zum etwa gleich alten Lasanta, der an diesem Abend ebenfalls ausgeschenkt wurde. Eigentlich gibt es nichts zu meckern. Und trotzdem. Irgend etwas fehlt mir. 

Die Private Edition soll Glenmorangie immer wieder von einer besonderen, einer ungewöhnlichen Seite zeigen. Diesem Anspruch wird der Bacalta durchaus gerecht. Für den ganz großen Wurf fehlt es ihm jedoch an der Dichte, wie man sie bei alten Abfüllungen aus den 90er Jahren noch finden kann. Und das kann nicht an den Fässern liegen. Denn die waren wie immer superb. 

Preis: UVP 85 €

Punkte: 86 (von 100)

 


Sonntag, 12. Februar 2017

Neues Tasting Notes Book

Um schöne Erinnerungen festzuhalten, reicht meist ein Foto. Urlaubsfotos. Kinder-Fotos. Tier-Fotos. Food-Fotos. Aber Whisky-Fotos? Gewiss, ich kann eine schöne Flasche fotografieren. Um die Erinnerung an den Geschmack festzuhalten, reicht das meistens nicht. Echte Malt Maniacs kommen nicht umhin, ihre Erinnerungen auch schriftlich festzuhalten. Das gute alte Notizbüchlein ist ihr wichtigstes Requisit. Robert Fülling und Daniel Schaum von www.tastingbook.de wollen es uns Nosing-Freaks jetzt leichter machen. Sie haben ein eigenes Tasting-Book herausgebracht, mit dem man seine Tasting-Eindrücke festhalten kann. Die Idee hat mir gut gefallen, und ich habe das Tasting-Book auch gleich ausprobieren müssen.




Freitag, 10. Februar 2017

Irlands Whisky-Frauen - ein Leben zwischen Elend und Überfluß

Kennt ihr das auch? Man läuft Tag für Tag im gleichen Trott, hat sich im Laufe der Zeit seine vorgefestigte Meinung gebildet und denkt, dass man ziemlich gut Bescheid weiß über dieses und jedes. Über Whisky zum Beispiel. Und dann stößt man zufällig auf eine Kleinigkeit. Einen Satz. Ein Etikett. Ein Bild. Und plötzlich öffnen sich unbekannte Einblicke, die das Leben in einem ganz neuen Licht zeigen.


Cassidy's Distillery. Quelle: the Irish Whiskey Trail

Ich habe die vergangenen Monate für meinen zweiteiligen Artikel im Whiskybotschafter viel über irischen Whisky recherchiert. Bei diesen Recherchen bin ich auf zwei Bilder gestoßen, wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten. Zwei Bilder, die die Geschichte des Irischen Whiskys in einem ganz neuen Licht zeigen. Zwei Bilder, die das ganze Elend und die ganze Größe dieser Nation auf wenigen Quadratzentimetern zusammenfassen.

Mittwoch, 1. Februar 2017

Interview mit Master Distiller Michael d'Souza, Paul John Whisky

Manchmal muss man Glück haben, und im richtigen Moment am richtigen Ort sein. Frank Jerger von "Whisky for Life" in Frankfurt hatte es tatsächlich in Zusammenarbeit mit dem Bremer Spirituosen Contor geschafft, den Master Distiller von Paul John Whisky, Michael d'Souza, aus Indien für einen Tasting-Abend nach Frankfurt zu holen. Michael war wegen eines Termins in Frankreich von Goa nach Europa gekommen, und hatte die Nähe zum Frankfurter Flughafen genutzt, um der Main-Metropole einen Kurzbesuch abzustatten.  Frank war an dem Abend dann leider verhindert. Aber dafür habe ich einige andere, liebe Bekannte getroffen. Und natürlich habe ich diese besondere Gelegenheit genutzt, mich länger mit Michael d'Souza über seinen Whisky zu unterhalten. Hier ein Auszug aus unserem Gespräch: 



MM: Michael, kannst du dich zunächst meinen Lesern bitte vorstellen?

Michael: Mein Name ist Michael John d'Souza, ich bin der Master Distiller von Paul John. Ich bin seit 23 Jahren in der Whisky-Produktion tätig. Seit 2009 bin ich Master Distiller.

MM: Ihr habt 2009 mit der Produktion von Single Malt begonnen, und seid bisher sehr erfolgreich.

Sonntag, 29. Januar 2017

Interview mit Andy MacDonald, Glenmorangie

Vor ein paar Wochen hatte ich auf der Frankfurter Interwhisky die Gelegenheit, mich mit dem Distillery Manager von Glenmorangie, Andy MacDonald, länger zu unterhalten. Das Gespräch war sehr interessant, und ich möchte euch die Informationen keinesfalls vorenthalten. Hier mein Interview: 

Andy MacDonald, Distillery Manager Glenmorangie. Foto: MM

MM: Andy, lass uns mit eurem neuesten Release beginnen, den Glenmorangie Midwinter Night's Dram. Er ist in Deutschland extrem erfolgreich gewesen, und du hast mir vorhin erzählt, dass er bereits ausverkauft ist.


Freitag, 27. Januar 2017

Illegale Whisky-Produktion in Strathblane

Single Malt Whisky ist seit vielen Jahrzehnten fester Bestandteil der schottischen Kultur. Und spätestens seit Alfred Barnard 1887 sein Buch über die schottischen Brennereien veröffentlicht hat, ist die Geschichte des Single Malt gut dokumentiert. Zumindest, was den offiziellen Teil anbelangt. Über die illegalen Strukturen der schottischen (und irischen) Whiskyproduktion erfährt man sehr wenig. Doch genau hier liegen die Wurzeln des Mythos und der besonderen Geschichten, die sich bis heute um dieses Getränk ranken. 


Bild: Lost Distilleries Company

Die Marketing-Abteilungen der modernen Getränkekonzerne tauchen gerne ein in diesen Mythos der Schmuggler und Gesetzlosen, wie beispielsweise beim Ardbeg Dark Cove geschehen. Das romantisch-verklärte Bild, das dabei entsteht, ist weit entfernt von der Realität. Die illegale Whisky-Produktion war vor allem für die landlose Unterschicht Schottlands kein vergnüglicher Zeitvertreib, sondern ein überlebenswichtiges Nebenprodukt der Landwirtschaft. Der Verkauf einer illegalen Flasche Whisky bedeutete für viele mittellose Crofters den Unterschied zwischen Überleben und Untergehen.

Der Kampf gegen die Fiskalbeamten der britischen Regierung war oft erbittert, und begünstigte die Entwicklung der entsprechenden mafiösen Strukturen: Bestechung, Korruption, Totschlag, eine Mauer des Schweigens, und gut organisierte, kriminelle Schmuggelbanden in den städtischen Zentren des Landes. Über diese Aspekte der Whisky-Geschichte wird heute weniger gerne geredet, und Informationen sind entsprechend schwer zu finden.

Der folgende Auszug aus einer Gemeinde-Chronik von 1886 gibt einen kleinen Eindruck von den erbitterten Auseinandersetzungen und den zugrunde liegenden Strukturen, die damals das Bild beherrschten. Und belegt eindrucksvoll, dass die Gegend um die Brennerei Glengoyne nicht immer so friedlich und wohlhabend war wie heute.

13 illegale Brennblasen sollen damals in den Hügeln hinter dem Ort Netherton in Betrieb gewesen sein. Von einer dieser Brennblasen kennt man inzwischen sogar den genauen Standort: sie befand sich in Jenny's Glen, das zwischen Schule und der örtlichen Schmiede den Thorn of Cuilt hinab verläuft. Die Schmiede soll das heimliche Hauptquartier der Schmuggler gewesen sein, wo die Schmuggel-Operationen nach Glasgow geplant wurden. Die Fiskaloffiziere waren bestochen: sie erhielten einen bestimmten Prozentsatz der Profite jeder Brennblase und sagten dafür zu, die Schmuggler nach Möglichkeit unbehelligt zu lassen und warnten die illegalen Destillateure rechtzeitig vor Durchsuchungen. Dennoch kam es immer wieder zu Überfällen und Kämpfen, die mitunter auch tödlich enden konnten.

Die deutsche Übersetzung des Quellentextes findet ihr weiter unten.



Distilling in Strathblane


The first licensed distillery in the parish was at Cockmylane, just where the tunnel for the Glasgow Waterworks enters the hill. Alexander Parlane built it some sixty years ago and worked it, but it has long been stopped, a few traces of it only remaining.

In 1836 Burnfoot Distillery, recently renamed "Glen Guin," was erected by George Connell on a ninety-nine years' tack from John Buchanan of Carbeth, then proprietor of Blairquhosh Cunninghame. Mr. Connell was followed by Mr. M'Lellan, and the Messrs. Lang Brothers now possess it. •' Burnfitt " whisky has always been peculiarly grateful to the Strathblane palate.

Another industry — if so improper and demoralizing an occupation can be called one — was making whisky secretly in small stills.(*) This was carried on, till about sixty years ago, to an enormous extent, and almost unchecked. It is true there were two Revenue officers always on duty in the parish, but they were no doubt bribed to shut their eyes to what was going on. It used to be common enough to see in the early morning from the hill behind Netherton village the smoke of some thirteen stills going at once. 

Bands of men came out from Glasgow to buy and carry away the illicit spirits, and many a scene of violence and bloodshed has been witnessed between Strathblane and Glasgow in the conflicts between these desperate men and the Revenue officers. Mugdock Wood was a favourite place both for small stills and also as a rendezvous for the sellers and buyers of the whisky, and was the scene in 1818 of a terrible fight between them and the Revenue officers and a party of soldiers. (**The smugglers were victorious, and after seizing and destroying the soldiers' weapons, pursued them from the field of battle. 

(...) The excise officers in Strathblane in the early part of the century were actually in league with the smugglers. They received a percentage on the profits of each still, and in return agreed not to disturb their operations unless driven to do so by a direct information. In such a case they took good care to give timeous warning when a seizure was to be made. A well- known officer, who was generally supposed to have introduced this system, was drowned while bathing in Dumbroch Loch in 1821, and afterwards there was less open smuggling.


*A small still stood at the side of one of the springs from which water is now pumped up by a wheel on the Allander some 350 feet, to supply the Castle and offices of Mugdock. It is just possible that in the past an aqiia not exactly pura may have found its way from this same spring to the Castle or thereabouts.

**In making the new parish road along the edge of Mugdock Wood in the spring of last year, the workmen turned up about eighteen inches below the surface a skeleton, the skull of which seemed to have been injured by a violent blow. It was lying within the ruins of an old dwelling, and possibly enough it was the remains of some one who was done to death in this encounter.




Übersetzung -Translation


Die erste lizenzierte Brennerei in der Gemeinde war in Cockmylane, genau dort, wo der Tunnel für die Glasgower Wasserwerke in den Hügel eindringt. Alexander Parlane baute sie vor etwa sechzig Jahren und arbeitete dort, aber sie ist seit langem verlassen, nur wenige Spuren sind übrig geblieben.

Im Jahr 1836 wurde die Burnfoot Distillery, vor kurzem umbenannt in "Glen Guin," von George Connell errichtet, der das Gelände für 99 Jahre von John Buchanan of Carbeth pachtete, dem damaligen Besitzer der Ländereien von Blairquhosh Cunninghame. 

Auf Herr Connell folgte Herrn M'Lellan, und die Herren Lang Brothers besitzen sie jetzt. Der Whisky "Burnfitt" war dem Strathblane-Gaumen immer besonders erkenntlich.

Eine andere Industrie - wenn man eine so unangemessene und demoralisierende Beschäftigung überhaupt so nennen kann – war die heimliche Whiskyproduktion in kleinen Brennblasen.(*). Dies wurde bis vor etwa sechzig Jahren in einem enormen Umfang und fast unkontrolliert fortgesetzt.Es stimmt, dass es in der Pfarrgemeinde immer zwei diensthabende Offiziere des Fiskus gab, die aber zweifelsohne bestochen wurden, um ihre Augen vor dem, was hier vor sich ging, zu verschließen. Früher war es nicht ungewöhnlich, wenn am frühen Morgen vom Hügel hinter dem Netherton-Dorf der Rauch von etwa dreizehn Stills zu sehen war, die gleichzeitig in Betrieb waren. 

Männerbanden kamen aus Glasgow, um den illegalen Brand zu kaufen und mitzunehmen, und in den Konflikten zwischen diesen verzweifelten Männern und den Fiskalbeamten ist eine Menge von Gewalt und Blutvergießen zwischen Strathblane und Glasgow erlebt worden. Mugdock Wood war ein Lieblingsplatz sowohl für kleine Brennblasen  und auch als Rendezvous für die Verkäufer und Käufer des Whiskys, und war die Szene in einem schrecklichen Kampf zwischen ihnen und den Fiskal-Offizieren und einer Gruppe von Soldaten.Die Schmuggler waren siegreich, und nachdem sie die Waffen der Soldaten ergriffen und vernichtet hatten, vertrieben sie sie von dem Schlachtfeld.(**

(...) Die Fiskal-Offiziere machten in der ersten Hälfte des Jahrhunderts mit den Schmugglern gemeinsame Sache. Sie erhielten einen Prozentsatz der Profite jeder Brennblase, und im Gegenzug sicherten sie zu, die illegalen Operationen nicht zu stören, solange sie nicht durch eine offizielle Information dazu genötigt waren. In diesem Falle warnten sie die Betroffenen rechtzeitig, wenn eine Razzia geplant war. Ein Stadt-bekannter Offizier, der dieses System erfunden haben soll, ertrank 1821 beim Baden im Drumboch Loch, und danach waren die Schmuggel-Aktivitäten weniger offensichtlich. 


* Eine kleine Brennblase stand bei einer der Quellen, aus der das Wasser nun durch ein Rad am Allander etwa 350 Fuß weit gepumpt wird, um das Schloss und die Büros von Mugdock zu versorgen. Es ist gut möglich, dass in der Vergangenheit ein „Aqiia“, das nicht ganz so "pura" war, seinen Weg von eben jener Quelle zum Schloss und seine Umgebung gefunden hat.

** Bei der Herstellung der neuen Pfarrstraße am Rande des Mugdock-Gehölz tauchte im Frühjahr des vergangenen Jahres bei Arbeiten etwa achtzehn Zentimeter unter der Oberfläche ein Skelett auf, dessen Schädel durch einen heftigen Schlag verletzt zu sein schien. Es lag in den Trümmern einer alten Wohnung, und möglicherweise waren es die Überreste von jemandem, der in dieser Begegnung getötet wurde. 

Quelle: THE Parish of Strathblane, UNIVERSITY PRESS, GLASGOW, CHRISTMAS, 1886.

http://www.strathblanefield.org.uk/history/water.html

Montag, 23. Januar 2017

Whiskymesse Schloss Trebsen als Auftakt für das kommende Jahr

Mit einem Termin Anfang Januar eröffnet die Whisky-Messe in Schloss Trebsen den Reigen der Whisky-Messen im neuen Jahr. Sie gehört eher zu den kleineren Messen in der Republik. Und hat in romantischem Ambiente einen vorzüglichen Eindruck davon gegeben, was uns in den kommenden Monaten im Whisky-Karussell erwarten wird. 


"Battle of the Bottle": Jens Fahr und Heinfried Tacke, Whisky-Messe Schloss Trebsen. Foto: MM

1. Unabhängige Abfüller

Auch 2017 werden die unabhängigen Abfüller die Sparte der Neuerscheinungen dominieren. Messe-Veranstalter Jens Fahr (Altstadtkneipe No 2, Delitzsch) und Heinfried Tacke, Herausgeber des Whiskybotschafters, haben in ihrem Master Class Tasting eine "Battle of the Bottle" geschlagen und kurzweilig und spannend die Vor- und Nachteile von Original-Abfüllungen und sogenannten "Indie-Bottlings" näher unter die Lupe genommen. 

Heinfried hatte mit einem Clynelish 14, Ardmore Port Wood Finish und Port Charlotte heavily peated ordentlich vorgelegt, da musste Jens sich anstrengen, um angemessen kontern zu können. Mit einem 15jährigen Clynelish von Càrn Mòr von 1997 aus zwei Hogsheads, einem 10jährigen Macduff 2016/2016 von Anam na h-Alba aus dem Sherry-Cask und einem sehr rauchigen, 6 Jahre alten Caol Ila 2010/2016 der C&S Dram Collection aus dem Hogshead gelang es Jens jedoch, Paroli zu bieten und eine Vielzahl der Teilnehmer auf seine Seite zu ziehen. Einen eindeutigen Sieger gab es an diesem Abend nicht, auf beiden Seiten wurden hervorragende Tropfen geboten. 

Jens Fahr, Heinfried Tacke. Foto: MM

Mit Anam na h-Alba und Maltbarn waren auf der Messe gleich zwei unabhängige Abfüller vertreten, die in der Vergangenheit durch viele gute Bottlings aufgefallen sind. Hinter Anam na h-Alba verbergen sich Tom Skowronek und seine Frau Melanie, unterstützt werden sie von Christian und Tanja. Der Stand von Tom ist für mich jedesmal ein Muss, hier finde ich immer einige interessante Neuerscheinungen und Zeit, ein wenig zu plaudern. Neu bei Anam sind derzeit zwei Benriach aus dem Einzelfass, ein sehr dunkler Glenrothes von 1997 aus einem First-Fill-Sherry-Fass  und ein 18jähriger Royal Brackla aus dem Bourbon Hogshead. Mein Favorit an diesem Abend war ein 19 Jahre alter Glenburgie von 1995 aus einem Bourbon Hogshead. Traumhaft komplex. 

Tom und Melanie, Anam na h-Alba. Foto: MM



Die Abfüllungen von Maltbarn fallen auf den ersten Blick vor allem durch ihre wunderschönen Label auf. Doch hinter diesem schönen Schein steckt auch gute Qualität: die Abfüllungen dieses nord-deutschen Anbieters werden von Kennern durchweg gut bewertet. Da wundert es nicht, dass der 20 Jahre alte Ben Nevis oder der 40 Jahre alte Glen Elgin schon ausverkauft sind. 


Großes Angebot bei Maltbarn. Foto: MM


2. Neue Brennereien

Auch 2017 wird uns das Thema "neue Brennereien" beschäftigen. In Trebsen war der Brand Ambassador der neuen Isle of Harris Distillery, Marco van der Broek, vor Ort. Gegründet wurde die Brennerei auf der äußeren Hebriden-Insel erst im Oktober 2015. Whisky gibt es noch keinen, und Marco war vor allem nach Trebsen gekommen, um den Gin der Brennerei vorzustellen. 

Doch ich hatte Glück: Marco hatte eine Flasche des New Make dabei, und ich durfte ihn bereits verkosten. Er besticht durch wunderschöne Fruchtnoten, Birne vor allem, aber auch durch eine Muffigkeit, die mich an die gedämpften Kartoffeln erinnern, mit denen meine Tante früher die Schweine fütterte, und die dem New Make eine interessante Note verleihen. Ich bin sehr gespannt auf den Whisky, aber wir werden uns noch mindestens bis Herbst 2018 gedulden müssen.

Marco van den Broek, Brand Ambassador der Isle of Harris Distillery. Foto: MM

3. Deutscher Whisky

Wer vor einigen Jahren dem deutschen Whisky ein rasches Ende voraus gesagt hat, muss sich eines besseren belehren lassen. Der deutsche Whisky ist lebendiger als je zuvor, und er wird von Jahr zu Jahr besser. Besonders begeistert hat mich in Trebsen ein Whisky, den ich bei Jens am Stand probieren konnte: der Schlosswhisky der Edelbrennerei Schloss Neuenburg in Freyburg/Unstrut, abgefüllt in Fass-Stärke. So viel Mon Cherie und Marzipan in einem Glas hatte ich schon lange nicht mehr. 

Schlosswhisky aus Freyburg/Unstrut: Mon Cherie und Marzipan im Glas. Foto: MM


Michaela Habbel und Hans Gerhard Fink sind keine Newcomer mehr, wenn es um Whisky geht. Sowohl bei "Hillock" als auch bei "Finch" konnte man sich am Stand in Trebsen nach Herzenslust durch eine Vielzahl von Abfüllungen probieren, eine besser als die andere. Da fiel die Auswahl schwer, am Ende habe ich mich zur Abwechslung für einen Whisky-Likör entschieden. Manchmal darf's halt gerne etwas süßer sein. 

Hans Gerhard Fink, Michaela Habbel: Fachgespräch unter Kollegen. Foto: MM

Power-Frau und Lichtgestalt der deutschen Whisky-Szene: Michaela Habbel, Hillock. Foto: MM

Vorbereitung auf das letzte Tasting des Tages: Finch. Foto: MM

4. Amerikanischer Whiskey

Amerikanischer Whisky führt in Deutschland noch immer ein Nischendasein, und auch in Trebsen war der Whiskey aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten in einem eigenen Nischenraum untergebracht. Die Fans haben ihn trotzdem gefunden. 

Der Raum war gut besucht, immer mehr Whisky-Freunde entdecken auch die Lust an Bourbon and Rye, was wohl auch dem Umstand zu verdanken ist, dass immer häufiger gute und neue Abfüllungen den Weg nach Deutschland finden. Allerdings gilt es, sorgfältig die Spreu vom  Weizen zu trennen. Nicht alles, was derzeit aus den Brennereien über den großen Teich nach Deutschland schwappt, ist wirklich gut. Neues habe ich in Trebsen nicht entdeckt, aber die altbekannten Namen wie Blanton's Gold, Booker's oder Bulleit Rye sind noch immer eine Empfehlung wert.


5. The Cask makes the Whisky

Fass-Management und Holz-Aromen werden auch 2017 die Diskussion beherrschen. Die Wood Finishes, also Nachreifungen in einem zweiten Fass, sind in den letzten Jahren immer ausgefeilter, variantenreicher und besser geworden, und Brennereien wie Glenmorangie oder Arran sind in diesem Bereich sehr innovativ und kreativ. Die Lust an der Fass-Veredelung hat aber auch bei den Malt-Liebhabern in jüngster Vergangenheit rasant um sich gegriffen. So manche Liebhaber-Gruppe hat sich inzwischen ein eigenes Fässchen besorgt, um damit im Hobby-Keller zu experimentierten, und die Ergebnisse stolz über Facebook zu teilen. 

Frank Gauert, Veranstalter der Bochumer Whisky-Messe Whisky'n'more, experimentiert bereits seit über 9 Jahren mit Nachreifungen in eigenen Fässern. Auch in Trebsen war er zusammen mit Sebastian Büssing mit seinen Cask Alive-Abfüllungen vor Ort. Gut gefallen hat mir ein Loch Lomond Grain Whisky aus einem zuvor mit Kaffee getränkten Fass - die Idee ist ungewöhnlich, das Ergebnis beachtenswert. Der Grain hat eine schöne Aromenfracht aus der Nachreifung mitbekommen. 




6. Irish Whiskey

Irischer Whisky erlebt derzeit eine rasante Boom-Phase, und fast monatlich ereilen uns neue Pressemitteilungen über neu gegründete Brennereien. Eigene Destillate haben die jeweiligen Firmen in der Anfangsphase zumeist noch nicht, sie erwerben die angebotenen Produkte bei den wenigen, großen Brennereien Irlands, die über gute Lagerbestände verfügen. Zumeist sind die ausgewählten Fässer von guter Qualität, und oft besser als die Standard-Abfüllungen besagter Brennereien. Hier lässt sich derzeit so manches gute Tröpfchen entdecken. 


Am Stand von Thilo Fuchs habe ich endlich Gelegenheit gehabt, den 15 Jahre alten  Temple Bar Whisky 15 zu probieren. Einfach super lecker! Der Temple Bar 15 hat eine tolle Mischung aus Frucht und Öligkeit und bekommt dafür eine absolute Empfehlung von mir. 

7. NAS-Whisky

NAS-Whisky, also Whisky ohne Altersangabe, ist zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Doch er wird uns auch 2017 erhalten bleiben. Ob NAS-Abfüllungen wirklich so schlecht sind wie ihr Ruf, konnten die Teilnehmer des Glenfiddich-Tastings von Petra Milde auf Schloss Trebsen herausfinden.


Die NAS-Abfüllungen IPA und XX standen Glenfiddich 18 und 21 gegenüber, aber nicht unbedingt nach. Gut sind sie alle, am Ende wird wohl auch der Geldbeutel entscheiden.




8. Whisky und Frauen

Und dann habe ich tatsächlich noch einen echten Barbier entdeckt. Die Männer haben sich voller Begeisterung einseifen lassen. An diesem Stand bin ich dann leer ausgegangen, irgendwie hatte ich wenig Lust, mich bei einem Mann unters Messer zu legen. Eine Visagistin war nicht da. Irgendwie ungerecht, oder?


Die Messe in Trebsen hat mir einen wunderbaren Vorgeschmack auf das gegeben, was uns das kommende Whisky-Jahr noch so bieten wird, und ich habe sehr viel Spaß gehabt. Ich freue mich schon auf das nächste Mal. 



Mittwoch, 18. Januar 2017

Interview mit Iain Croucher, North Star Spirits ltd. (auf Deutsch)

Vor einigen Wochen ist mit North Star Spirits ein neuer Stern am Whisky-Himmel der unabhängiger Abfüllungen erschienen. Hinter dem neuen Label verbirgt sich kein Unbekannter: Iain Croucher war während seiner Tätigkeit als Brand Ambassador für A.D. Rattray auch in Deutschland unterwegs, und der ein oder andere von euch wird ihn auch in einem Tasting getroffen haben. Vielleicht wird er ja schon bald mit seinen eigenen Abfüllungen wieder nach Deutschland kommen. Für whiskyundfrauen hat er sich die Zeit genommen und ein paar Fragen beantwortet:




MM: Iain, kannst du meinen Lesern einen kurzen Überblick über deine bisherige berufliche Karriere geben? 

Interview with Iain Croucher, North Star Spirits ltd. (in English)

North Star Spirits is a new twinkling star in the whisky-sky of independent bottlings. The man behind the new label is no stranger to whisky-lovers: Until recently, Iain Croucher was Brand Ambassador for A.D. Rattray, and some of you might have met him at a tasting during a whisky festival. For whiskyundfrauen he took the time and answered a few short questions: 



MM: Iain, can you please give my readers a short introduction to yourself and your professional background?


Sonntag, 1. Januar 2017

Happy New Year


Ich wünsche Euch allen ein frohes neues Jahr! 





MargareteMarie macht Urlaub, ab dem 15. Januar wird es wieder weitergehen bei whiskyundfrauen. Bis dahin wünsche ich euch einen guten Jahresbeginn.

Wenn in der Kälte

Wenn in der Kälte Groß und Klein
mit roter Nas' spazieren,
dann ruft der Ofen: „Kommt herein,
ihr sollt nicht lange frieren!"


Gustav Falke
(1853-1916)