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Es werden Posts vom August, 2016 angezeigt.

Der neue Strathearn: Whisky nach alter Tradition

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Vor genau drei Jahren, am 23. August 2013, erhielt die Strathearn Distillery in den schottischen Highlands die Genehmigung, Whisky zu brennen. Seither haben Besitzer Tony Reeman-Clark und seine Crew  viele Fässer gefüllt. In Limburg konnte ich bereits den New Make testen. In wenigen Wochen werden die ersten Flaschen auf den Markt kommen - und werden in einer online Auktion meistbietend versteigert. 


Noch weiß niemand, wie der fertige Whisky tatsächlich schmecken wird, denn es dauert noch ein paar Wochen, ehe er abgefüllt werden darf. Doch ich hatte das große Glück, in Limburg bereits den New Make am Stand des deutschen Importeurs Anam na h-Alba probieren zu können. Und das Rohprodukt ist äußerst  vielversprechend! Drei Varianten hatte Tom Skowronek zur Verkostung dabei, New Make Standard, New Make triple distilled (dreifach gebrannt) und New Make peated (rauchig).

Blended Malt very old: aus dem Schatzkästlein der Whisky Agency

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Echte Malt-Heads wollen es immer genau wissen: welches Alter, welche Brennerei, welches Fass. Blended Malts von ungewisser Herkunft werden gerne links liegen gelassen. Doch auch hinter einem obskuren Etikett kann sich so manche besondere Überraschung verbergen. Wie beispielsweise der Blended Malt XO der Whisky Agency.

Die Aufschrift verrät auf den ersten Blick nur wenig. "Blended Malt". Kein Name, kein Alter, nichts. Und vielleicht hätte ich die Flasche mit dem sommerlichen, farbenfrohen Etikett auch nicht allzu sehr beachtet, hätte mich nicht ein Zusatz hinter diesen beiden Worten stutzig gemacht: XO. In der Cognac-Sprache ist diese Abkürzung den älteren Jahrgängen vorbehalten. Nunja, allzu viel sollte man vielleicht nicht darauf geben, der Begriff ist dehnbar, und  "älter" heißt beim Cognac im Klartext älter als sechs Jahre.

Dennoch war meine Neugier geweckt, denn schon in Limburg hatte ich am Stand von Sansibar ähnlich obskure Abüllungen eines Blended Malt entd…

World Whisky - Tasting Notes Paul John peated, select casks, 55.5%, Indian Single Malt, Batch 001, 2015

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Vor ein paar Tagen hatte ich euch mit dem Kavalan peaty cask einen rauchigen Whisky aus Taiwan vorgestellt. Heute möchte ich euch einen weiteren peated whisky aus Asien präsentieren: Paul John peated. Gebrannt wird er auf zwei Kupferbrennblasen in Goa (Indien). Alle Zutaten stammen aus inländischer Produktion, nur das Torf wird aus Schottland importiert. 

meine Tasting Notes:

Tasting Notes: Hotel Essener Hof No.9, 14 Jahre, ex-port pipe, 641 Flaschen, Irish Whiskey (Teeling Selection), Rolf Kaspar, 57.9%vol.

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Viele der Teeling-Abfüllungen, die seit einiger Zeit auf dem Markt erhältlich sind, stammen aus der Cooley-Brennerei, deren Besitzer er bis 2011 war.  Doch manche dieser Fässer stammen wahrscheinlich aus einer anderen Quelle. Angeblich hat Teeling auch  in der Bushmills Brennerei Whisky produziert. Mir gefällt dieses Gerücht, denn es könnte eine Erklärung sein, warum manche Teeling-Abfüllungen so extrem nach altem Wachs schmecken, andere aber nicht.



Aroma: etwas stechend im ersten Moment, und dann staubtrockene Früchte, die jahrelang in Omas altem Küchenschrank verwahrt wurden. Der Geruch von Rosinen, Feigen, und gedörrten Cranberries mischt sich mit  ausgetrockneten Mandarinenschalen und altem Holz. Doch daneben hat Oma noch ein paar Tütchen mit  Weingummis liegen. Ganz viele Weingummis. Nach einer Weile kommt auch ein Hauch Vanille, Kirsche, Gewürzkräuter, Dill, und Majoran dazu. Mit Wasser wird er etwas frischer, aber auch weniger spannend.

Geschmack: vollmundig und kräftig, …

Tasting Notes: Miltonduff, TWC, 9 Jahre, 2006-2016, First Fill Sherry Hogshead No. 900873, 469 Flaschen, 59.8%

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Miltonduff wurde bereits 1824 errichtet, doch die illegale Whiskyproduktion hat an dieser Stelle vermutlich deutlich ältere Wurzeln. Seit 2005 gehört die Brennerei zum internationalen Getränke-Konzern Pernod Ricard. Der Whisky von Miltonduff findet vor allem im Blended Whisky  Ballantines' Verwendung, ist aber auch bei unabhängigen Abfüllern sehr beliebt. 



Meine Tasting Notes:

Farbe: kastanie

Aroma: Ah!... Ahornsirup gleich zu beginn, dann Karamellbonbons, brauner Zucker und ein Hauch Vanille. Unter dieser dicken, cremigen Schicht kann man die Fruchtaromen von Kirsche, Mandarine und Feigen kaum finden. Ein paar Tropfen Wasser bringen auch andere Noten ans Licht: Dill, Essiggurken, Eiche und Würze.

Geschmack: Sehr cremig und mild. Aber die fast 60%  sind schon eine Ansage, und verleiten schnell, auch ein paar Tropfen Wasser hinzu zufügen. Doch Vorsicht ist geboten: einerseits gewinnt der Whisky süße und würzige Noten und entwickelt grasige und wachsige Aromen. Tannine kommen hinzu. Doc…

Tasting Notes: Glenallachie, Sansibar, 8 Jahre, 2004-2013, 242 Flaschen, 47.5%

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Glenallachie ist eine recht moderne Speyside-Brennerei, und wurde 1967/68 im Auftrag von Mackinlay, McPherson & Co. errichtet. Von 1987-89 war sie geschlossen, dann wurde sie an Pernod Ricard verkauft und produziert seither vor allem für die vielen Blends der Chivas-Gruppe. Offizielle Abfüllungen sind sehr selten. Gelegentlich findet ein Einzelfass den Weg zu unabhängigen Abfüllern. Bei Sansibar erschien 2013 ein acht Jahre alter Whisky von Glenallachie.


meine Tasting Notes:

Farbe: gelbgold


Aroma: gleich zu Beginn eine positive Überraschung. Wunderschöne Honignoten ergänzen sich mit saftigen Früchten, reife Orangen, Satsumas, Mandarinen, und die Aromen strömen in einer Deutlichkeit aus dem Glas, die man in dieser Altersklasse gar nicht erwartet hätte. Frischer Kuchen kommt dazu, saftig wie ein getränkter Baba au Rhum, überstäubt mit Puderzucker und mit Honig besprenkelt. 

Geschmack: Markant, herb, ledrig. Wachsige und ölige Noten drängen sich in den Vordergrund, darunter verbirgt sich…

Tasting Notes: Box Single Malt Whisky Batch 001, Schweden, 2015, 51.2%

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Als Mats de Vahl 1991 das ehemalige Kraftwerk am Angerman-Fluß in Nordschweden zum ersten Mal entdeckte, war es bereits seit über einem Jahrzehnt dem Verfall preisgegeben. Doch der Künstler war von der Schönheit des 1912 erbauten Häusleins so angetan, dass er es unbedingt erhalten wollte und als Atelier nutzte. 

2010 hatte er eine noch bessere Idee: zusammen mit seinem Bruder Per gründete er eine Brennerei, kaufte zwei schottische Brennblasen und begann damit, Whisky zu brennen. Früher wurde an gleicher Stelle das Rohmaterial für den Bau von Holzkisten hergestellt. Der Name lag damit auf der Hand: Box Distillery.


2015 erschien mit Box Whisky Batch 001 die erste Abfüllung für den europäischen Markt. Die Website hält einiges an Informationen bereit: hergestellt aus 1,2 Tonnen schwedischem Pilsner Malz, gereift in 130-Liter-First-Fill-Ex-Bourbon-Fässern, abgefüllt am 16.11.2015,  51.2%Vol:. Alkoholgehalt, 4 Jahre.

Meine Tasting-Notes:

Farbe: Weißwein

Aroma: schöne frische und malzige N…

Raritätentasting Siedenbüssow 2016

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Einmal im Jahr lädt Uwe von Finest Whisky zum Raritäten-Tasting nach Siedenbüssow ein und verwandelt den alten Gutshof von Nils in ein Eldorado für Whisky-Fans. Dafür fahre ich sogar durch die halbe Republik. Im  letzten April war eswieder so weit. Und auch diesmal war die Auswahl an alten und längst vergriffenen Abfüllungen ein kleiner Traum.