Whiskymesse The Village Nürnberg 2017

Bereits zum 5. Mal hat in Nürnberg die Whiskymesse "The Village" stattgefunden und sie war größer und lebendiger als je zuvor. Kein Zweifel, die Nürnberger Whiskymesse ist erwachsen geworden. 



Mit mehr als 140 Ausstellern und über 2.000 Whiskys und diversen Rums hat sich das Nürnberger Village inzwischen zu einer der größten Whisky- Messen in Deutschland gemausert. Von den Großkonzernen Diageo, BeamSuntory und Pernot Ricard über die kleineren Firmen der Branche wie z.B. Alba, Kammer-Kirsch, das Bremer Spirituosen Contor, Irish Whiskeys oder Whisky-Max bis hin zu den unabhängigen Abfüllern wie Sansibar, Celtic Events, der Scotch Single Malt  Circle  oder die Villa Konthor reichte die Palette der Anbieter, und dementsprechend vielfältig war auch das Angebot. Und auch die Whiskyproduzenten aus Deutschland, Österreich und Schweden waren vertreten.

Zahlreiche Tasting-Seminare boten am Samstag und Sonntag ausgedehnte Möglichkeiten, sein Whisky-Wissen zu vertiefen. Die Musikgruppen "Heywood Irish Folk", "O'Malley" sowie der irische Sänger "Steve Reeves" sorgen für den guten Ton und Essen und Trinken gab es in Hülle und Fülle.  Auch in diesem Jahr gab es im Außenbereich der Messehalle die "Cigar Lounge" von Villinger.

Die meisten Aussteller hatten neben ihrem Standard-Programm auch die neuesten Abfüllungen und Sonderausgaben dabei - unmöglich, sie alle hier zu nennen. Wer an diesem Wochenende nicht fündig wurde, war selber schuld. Und auch die Aussteller waren zufrieden, die Nürnberger gelten als einkaufsstarkes Publikum.

Einziges Manko: da die Whisky-Messe an die Freizeit-Messe Touristik und Garten gekoppelt ist, muss man sich erst einmal einen Weg durch verschiedene Hallen bahnen. Wer vom Eingang Ost her kommt, sollte 20 Minuten zusätzlich kalkulieren, vom Eingang West aus geht es etwas schneller. Auch der Eintritt wird zweimal fällig: zunächst musste in diesem Jahr für 10,50 Euro das normale Ticket erstanden werden, am Eingang zur Halle 10, in dem die Whisky-Messe stattfand, waren dann noch einmal 5 Euro fällig. Dafür gab es dann aber auch ein Glencairn-Glas umsonst.


Die Möglichkeiten auf dieser  Messe waren schier unerschöpflich, eigentlich hätte ich an jedem der 140 Stände verweilen und verkosten müssen. Es gab allein drei Messeabfüllungen, die lohnenswert waren - ein irischer Single Malt  "St. Patrick's Day Limited Edition 2017" von Blackadder (282 Flaschen/59.6%), ein 9jähriger Ledaig mit einem Pomerol-Fass-Finish "Chieftain's The Village Limited Edition 2017" (567 Flaschen/49.4 %) und Benromach präsentierte mit der "Franconian Edition 2017" eine Single Cask Abfüllung aus dem First Fill Bourbon Fass (247 Flaschen, 59.7%).

Ein George Grant (Glenfarclas) oder Ranald Watson (Springbank) waren in diesem Jahr leider nicht mehr da, die haben mittlerweile wahrscheinlich zu viel in Las Vegas und Hongkong zu tun. Dafür hatten Gregor Hannah (Lady of the Glen), Nicole Cook (Benromach), Robin Tucek (Blackadder) und John Glass (Ian MacLeod)  den Weg von Schottland nach Nürnberg auf sich genommen, und ich habe die Gelegenheit zu dem ein oder anderen interessanten Gespräch genutzt.

Bei meinem Bummel durch die Messehalle habe ich ein Highlight nach dem anderen entdeckt, und ich werde euch einige davon demnächst noch im Blog vorstellen. Das absolute Ober-Mega-Hammer-Highlight war dieses Jahr aber für mich der Stand von Diageo: 118 geöffnete Flaschen standen zur Auswahl - eine so lange und prallgefüllte Theke habe ich bei Diageo noch nie am Stand gesehen.



Doch bekanntlich macht die Menge alleine es ja nicht, sondern die Qualität: Brora 38, Port Ellen 37, Lagavulin 25, Mannochmore 25, Royal Lochnagar 23 - und alle offen!!!! Möglich war das nur, weil Thomas Plaue diesmal die Unterstützung von Uwe Wagmüller aus Berlin hatte - und wenn Uwe seine Raritäten-Schätze auspackt, dann holen alle immer erst mal ganz tief Luft. Ganz großes Kino war das diesmal für mich in Nürnberg. Am Ende hat die Zeit dann vorne und hinten nicht gereicht, um zu all den Ständen zu gehen, die auf meiner Liste standen. Doch wenn es nächstes Jahr wieder so schön wird, komme ich ganz bestimmt wieder.


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