Tasting Notes: Glenallachie, 8 Jahre, Best Dram, 1st fill Sherry butt

Die Brennerei Glenallachie wurde erst 1967 gebaut, und war seit 1989 eines der "Arbeitspferde" für die Blended Whiskys von Pernod Ricard. Entsprechend gering war bisher das Interesse der Whisky Nerds an Abfüllungen aus dieser recht modernen Industrieanlage. Doch das könnte sich schon bald ändern. Bei Best Dram habe ich eine schöne Abfüllung aus einem 1st Fill Oloroso Sherry Butt gefunden.

Glenallachie war bis vor kurzem eine dieser vielen, schmucklosen Produktionsstätten, die vor allem für die zahlreichen Blends ihres Mutterkonzerns arbeiten müssen. Hier gab es kein malerisches Pagoden-Dach, kein Besucher-Zentrum, keine Cafeteria und so gut wie keine Originalabfüllung.

Doch das alles wird sich bald ändern. Billy Walker, der ehemalige Besitzer der BenRiach und GlenDronach Distillery, hat vor kurzem die Glenallachie Brennerei zusammen mit seiner langjährigen Geschäftspartnerin Trisha Savage und dem ehemaligen Inver House MD Graham Stevenson erworben und auch gleich marketing-wirksam in GlenAllachie umbenannt.

In wenigen Wochen werden wohl die ersten Original-Abfüllungen der neuen Besitzerdie Regale der Händler stürmen, und so manches gute Tröpfchen ist zu erwarten.

Natürlich bin ich sehr gespannt auf die neuen Abfüllungen, und als Vorbereitung habe ich mich auf der Whiskymesse in Hofheim nach einem Glenallachie umgeschaut. Bei dem unabhängigen Abfüller Best Dram bin ich fündig geworden, er hat einen 8 Jahre alten Glenallachie im Programm. Also die ideale Ausgangsbasis um zu prüfen, was da wohl auf uns zukommen kann...

Hier meine Tasting Notes:

Glenallachie, Best Dram, 8 Jahre, 1st fill Oloroso Sherry butt, 62.5%, 0.7l, destilliert 2008, abgefüllt 2017, Flasche Nr. 366, nicht kühlgefiltert, ohne Farbzusatz

Aroma:

Wunderbar wuchtig und schwer, klebrig-sahnige Karamellbonbons, Haselnüsse und kräftige Malzaromen betören die Nase auf Anhieb. Die Frucht- und Vanille-Aromen werden davon regelrecht erschlagen, nur mit Mühe entdecke ich etwas Orangen- und Mandarinen-Duft. Einige Tropfen Wasser setzen auch Limette und Kumquats frei.

Geschmack:

Der hohe Alkoholgehalt bringt ordentlich Dampf auf die Zunge, aber dennoch ist der Whisky überraschend zahm und man kann ihn auch unverdünnt wunderbar  trinken. Dunkle Schokolade und Tabaknoten, mit kräftigen Röstaromen. Ein paar Tropfen Wasser machen ihn milder und leichter.

Nachklang:

recht trocken, würzig, sehr lang


Mein Tip:

Man sollte sich nicht von dem jungen Alter abschrecken lassen. Michi Reick hat hier wieder ein super Händchen bewiesen und ein erstklassiges Fass ausgewählt. Ich mag diese schweren, karamellig-malzigen Noten sehr. Billy Walker wird sich anstrengen müssen, um die Qualität in dieser Altersklasse zu toppen.




HInweis: Ich danke niemandem, ich habe das Sample selbst bezahlt.




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